Der geplante Bau des Megacasinos Bratislava an der österreichisch- ungarischen Grenze stößt bei der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe. Schon vor drei Jahren, als die amerikanische Firma Harrah?s Entertainment ein ähnliches Unterfangen wagen wollte, wurde dies von den Anwohnern strikt abgelehnt.

Um ihrem Unmut gegen das Megacasino Nachdruck zu verleihen sammelten Einwohner 60.000 Unterschriften. Der Grund für diese Ressentiments liegt darin, dass man Gefahren für die Jugendlichen und die Moral wittert und von der Kirche kommt ebenfalls Protest gegen den Bau dieser Megaspielhalle. Die Ablehnung hat ihre Ursache weniger in ökonomische Faktoren als auf den befürchteten Anstieg der Kriminalität in der Region.

Mit dem Bau des Spielhallenkomplexes soll der Misere von Kriminalität und Arbeitslosigkeit entgegengewirkt werden. Die Befürworter führen an, dass diese Gründe unüberlegt seien. Der Bau dieses Casinos ist in Zeiten der Wirtschaftskrise eine willkommene Möglichkeit Arbeitsplätze zu schaffen und Steuern einzunehmen. Mit der stolzen Summe von 1,5 Milliarden Euro sollen Luxusappartements für 3500 Personen, Unterhaltungskomplexe und Hotels errichtet werden.

Die Leiter dieses Projekts taktieren bei Kritik sehr vorsichtig. Sie führen an, dass nur ein Teil der 1,2 Millionen Quadratmeter für die eigentliche Casinolandschaft vorgesehen ist, die übrige Fläche soll mit Tourismus- und Kongresszentren besetzt werden. Es ist jedoch abzusehen, dass der Löwenanteil des erzielten Gewinnes aus den Einnahmen der Spielhallen stammen wird.