Das aus dem Boden schießen der Automatenhallen ist in ganz Deutschland ein grundsätzliches Problem. Untersuchungen haben ergeben, dass die meisten Hallen in Vierteln zu finden sind, in denen hauptsächlich hinzugezogene Migranten leben.

Diese scheinen auch vermehrt von der Spielsucht betroffen, so ergeben es Statistiken. Neben Dönerbuden, 24h-Getränkemärkten und Gemeinschaftseinrichtungen finden sich die bunt beleuchteten Spielhallen, die vorrangig junge arabisch-, türkisch- und kurdisch-stämmige Männer zu faszinieren scheinen.

Neben den verschiedenen Wett- und Spielmöglichkeiten werden hier meist Wasserpfeifen geraucht und Pay-TV angeboten, ein guter Platz für viele um ihre Freizeit zu verbringen. Oft sind auch sehr junge Jugendliche unter den Gästen, denn die Kontrollen fallen an diesen Orten eher rar aus.

Wie es in der Spielsucht so üblich ist, schleicht sich diese langsam an. Viele Menschen sind fasziniert von der Möglichkeit das schnelle Geld zu machen. Die Angebote der Betreiber scheinen verlockend: wenig Einsatz und einen satten Gewinn als Ergebnis.

Doch meist tritt genau dieser nicht sofort ein, weshalb immer mehr Leute weiter und weiter investieren, bis sie sich mitten in der Spielsucht und meist auch einer zusätzlichen Schuldenfalle bis hin zur Existenzgefährdung befinden. Gerade Arbeitslose und hoch verschuldeten Menschen bietet das Spielen ihrer Meinung nach oft die beste Alternative, ohne dass gesehen wird, dass diese die Lebenssituation meist nur noch schlimmer macht.

Es gibt viele Migranten, die den Besuch in der Spielhalle als Rettungsring sehen. Die Gefahr der Spielsucht scheint für sie nicht sehr präsent. Meist sind es Männer, die eine Mehrköpfige Familie zu ernähren haben und keine Arbeit besitzen. Die türkische Gesellschaft untereinander tabuisiert dieses Thema, in der öffentlichkeit wird das Spielen als Ablenkung und Freizeit dargestellt. Suchtexperten haben verschiedene Analysen betrieben, die ergaben, dass etwa 40 Prozent der Spielsüchtigen einen migrantischen Hintergrund haben.

Politiker scheinen hier jedoch kein Handlungsbedarf zu sehen. Es wird auf Suchtberatungsstellen und kirchliche Einrichtungen verwiesen. Die Frage ist hier, ob die Migrantencommunities hierüber überhaupt Bescheid wissen und auch wissen, an wen sie sich wenden könnten. Experten sehen eine Alternative darin, dass Organisationen und Vereine von Migranten sich mit den Suchtberatungsstellen zusammenschließen sollten, um allen Suchtgefährdeten und Spielsüchtigen helfen zu können, egal woher sie stammen.

Die Liberalisierung des Glücksspiels ist in Deutschland gerade ein brennendes Thema. Dies steht im klaren Kontrast zu den steigenden Zahlen der Spielsüchtigen. Während eine Seite das Staatsmonopol aufrecht erhalten will, um sich die Steuereinnahmen zu sichern, gibt es auf der anderen Seite die die Privatisierung des Glücksspielmarkts vorziehen.

Hierbei würden jedoch eventuell Steuergelder verloren gehen. Wieder andere Meinungen besagen, dass die Liberalisierung und die Legalisierung des Glücksspiels das Beste sei, um so einen kontrollierten Markt zu schaffen. Ein komplettes Verbot des Glücksspiels in Form von Automatenhallen fordert wieder eine andere Seite.

Kein Wunder, dass sich nichts tut und kein Kompromiss gefunden werden kann. Wie der künftige Glücksspielstaatsvertrag für Deutschland aussehen wird ist bis heute daher noch ungewiss.

Nach der Meinung vieler Suchtberatungsstellen wird einem Bereich zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt: der Spielsucht und allem was damit zusammenhängt. In allen Diskussionen in der Politik wurde bisher nicht einmal das hohe Suchtpotential von Menschen mit Migrationshintergrund besprochen, obwohl Zahlen dies eindeutig belegen und es in den verschiedenen Bezirken auch zu sehen ist.

Während ein junger Mann die Tageseinnahmen aus seinem Wettbüro abholt und dann mit seinem erste Klasse Wagen davon düst, rennen Landsmänner den Automatenhallen und Wettbüros die Türen ein, da sie auch gerne ein schönes Auto hätten oder zumindest schon mal die Rechnungen für ihre mehrköpfigen Familien bezahlen müssen. Zum Teil wird das Glücksspielangebot direkt auf die Zuwanderer zugeschnitten und es gibt spezielle Angebote, die zum Beispiel die Thematik des Ramadans aufgreifen.

Als Suchtberater ist man hier jedoch scheinbar machtlos, da man kaum Zugang zu den verschiedenen Gemeinden findet und nur dann Hilfe anbieten kann, wenn die Menschen sich helfen lassen wollen.