Etwa 160 Patienten sind vor Gericht gezogen, da sie nach eigenen Angaben mit dem Medikament behandelt wurden und vorher nicht gewarnt wurden, dass das Medikament zu Nebenwirkungen führt, die Glücksspiel- und Sexsucht beinhalten. Den Klägern wurde vor Gericht Schadensersatz zugesprochen.

Geklagt wurde gegen den Pharmahersteller Pfizer, durch den das Medikament Cabaser gegen die Parkinson-Krankheit auf den Markt gebracht wurde. Der Pharmahersteller erklärte sich für die Schadensersatzzahlungen bereit, die in Millionenhöhe liegen sollen. Einige der Patienten hatten nachdem sie das Medikament über einen gewissen Zeitraum lang eingenommen hatten Millionen Dollar beim Glücksspiel verloren, für diese Patienten sind die Schadensersatzzahlungen mit Sicherheit nur ein schwacher Trost.

Das Medikament Cabaser wirkt gegen den Mangel von Dopamin im Gehirn, gleichzeitig jedoch löst das Medikament auch eine Art Rausch aus, bei dem die Patienten eine erhöhte Risikobereitschaft aufweisen. Diese Risikobereitschaft führte bei einigen der Patienten zu einem krankhaften Suchtverhalten und es wurden Glücksspielexzesse sowie Shoppingexesse dadurch ausgelöst. Auch soll das Medikament zu hypersexuellem Verhalten bei einigen Patienten geführt haben.

Das Medikament führte zur Spielsucht

Bei einzelnen Patienten sorgte die Einnahme des Medikaments dafür, dass die Patienten der Spielsucht verfielen. So musste eine Patientin, nachdem sie mit der Einnahme des Medikaments begonnen hatte, alles Geld was sie hatte für das Glücksspiel einsetzen. Das Medikament löste einen Drang bei ihr aus, dem sie nicht wiederstehen konnte.

Die Spielsucht führte außerdem zu weiteren Folgen, so trennte sie sich von ihrem Mann und verlor ihr ganzes Geld beim Glücksspiel. Erst nachdem sie die Einnahme des Medikaments gestoppt hatte, konnte sie dem Drang nach dem Spielen weiderstehen. Der Schadensersatz würde jedoch die schwierige Zeit, die sie durch das Medikament durchlebte, nicht wieder gut machen, so die Aussage der Patientin.