Glücksspielsucht ist, wie die meisten Suchterkrankungen auch eine schwierige Thematik. Doch sie ist ein Problem, mit dem man sich auseinandersetzen sollte. Dies sollte man besonders dann tun, wenn man sich selbst gern im Online Casino tummelt, bei Sportwetten mitmacht oder regelmäßig Lotto spielt.

Wenn man gerne spielt, sollte man sich immer beobachten, denn verantwortungsbewussten Spielen trägt dazu bei, eine Sucht zu bekämpfen. Forscher der Universität in Barcelona haben nun herausgefunden, dass es vier verschiedene Arten von zwanghaftem Spiel gibt und rückten die Spielsucht in eine neues Licht.

Im "Canadian Journal of Psychiatry" haben die Forscher die Resultate der Studie vor kurzem öffentlich gemacht. Das Resultat ist klar wie Kloßbrühe.

Bislang wurden die verschiedenen Suchtkranken in eine Schublade gesteckt, dabei gibt es hier Differenzierungen.

Man benötige unterschiedliche therapeutische Maßnahmen für jede Art von Spielsüchtigen, so die Leiterin der Studie. Nur so könne man während der Behandlung überhaupt sicherstellen, dass die verschiedenen Bedürfnisse der Patienten Rücksicht finden.

Auch eine Mitarbeiterin der Abteilung Glücksspielsucht der Klink für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charite Berlin sagt, dass in der Behandlung von Suchtkranken besonders zwei Arten vorkommen. Für den einen Typus stelle das Spiel ein Arzneimittel dar und für den anderen eine Stimulation.

Beim ersten Typus wird das Spiel, sei es Glücksspiel oder eine andere Art des Spiels, dazu benutzt, eine Angst zu verstecken oder eine Depression zu vermeiden. Das Spiel wird hier als Fluchtmittel angewendet und zur Umgehung von Problemen. Hier findet man häufig auch weibliche Spieler, obwohl die Spielsüchtigen in aller Regel männlich sind.

Zum zweiten Typus zählen Menschen, die den "Kick" brauchen. Diese holten sich ihr Spannungsbedürfnis mit dem Spiel um Bares. Bei ihnen sei das Hoffen und Beten besonders wichtig, was beim Roulette oder bei Sportwetten aber weniger bei den Spielautomaten vorkommt, so die Mitarbeiterin.

Für die Psychologen und Therapeuten stellt das Thema der verschiedenen Suchtcharaktere einen wichtigen Aspekt dar, weil diese den Behandlungsprozess beeinflussen. Bislang diagnostizierte man bei den Suchtkranken eine Störung der Impulskontrolle und sie wurden auf dieser Basis behandelt.

Doch in der Fachwelt ist diese Methode nicht mehr unumstritten, weil bei den Kranken große Unterschiede vorhanden seien. Dies habe die Studie der Universität Barcelona bekräftigt. In Zukunft soll deswegen eine Kategorie im Bereich "Verhaltens- und Substanzsüchte" eingerichtet werden, hier soll auch die Spielsucht enthalten sein.

Auf dieser Basis könne die Effektivität der Behandlungen besser erforscht, Medikamente zur Vorbeugung von Rückfallen kontrolliert und Übernahme der Ausgaben besser gemacht werden.

Vorbeugungsarbeit in Schulen sei denkbar und Glücksspieler hätten besseren Zugriff auf Hilfsangebote, so die Mitarbeiterin der Charite. Zudem müsse auch die Gesellschaft für diese Thematik sensibilisiert werden. Glücksspielsucht sei eine Krankheit, die nicht mit zusammennehmen und weniger spielen zusammenhänge.