Der Gesetzesentwurf der Landesregierung sieht einen Mindestabstand zwischen den Spielhallen in Höhe von 500 Metern vor. Auch der Abstand zu Kinder- und Jugendeinrichtungen wurde in dieser Höhe angesetzt. Neben dieser Festlegung sollen Einlasskontrollen in den Spielhallen eingeführt werden. Abgerundet werden diese Neuregelungen durch die Auferlegung eines jeden Spielbetriebs, dass vor Ort ein Konzept gegen die Spielsucht vorliegen muss.

Es wird bereits jetzt damit gerechnet, dass das Gesetz, wenn es verabschiedet wird, eine Menge Klagen der Betreiber mit sich ziehen wird. Der Automatenverband gibt an, dass diese Neuregelungen in die Eigentumsrechte der Spielhallenbetreiber eingreifen würden. Besonders kritisch beäugen diese vor allem das Verbot der Mehrfachkonzessionen. Diese hatten dazu geführt, dass die Spielhallen im Laufe der Jahre so erfolgreich werden konnten. Ein Verbot würde einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen und damit der Einnahmen bedeuten.

Die Betreiber der Spielhallen äußerten somit ihre ganz klare Meinung. Es gibt jedoch auch zu diesem Thema eine ganz andere Meinung, welche unter Anderem der Landtagsabgeordnete Josha Frey von den Grünen vertritt. Dieser wolle sich mit dem Thema genau auseinandersetzen und die Suchtexperten dazu anhören, um so richtige Entscheidungen treffen zu können.

Die Befürchtung sei nämlich, dass viele der Spieler aus den Spielhallen in die Gaststätten abwandern werden, wo zwar in Zukunft weniger Automaten gestattet sein sollen, jedoch die anderen Regulierungen nicht vorherrschen. Hier könnten die Spieler demnach weiterhin Spielen, ohne Kontrollen über sich ergehen lassen zu müssen. Um diese Abwanderung zu verhindern, würde Frey sogar so weit gehen, die Spielautomaten in den Gaststätten komplett zu verbieten, wenn dies der Suchtprävention dienen könnte.

Weiterhin gibt Frey an, dass auch an den Spielautomaten an sich in Zukunft etwas verändert werden müsse, um so die Suchtprävention zu verstärken. Zu diesen Regelungen für die Automaten der Zukunft soll zählen, dass eine Anzeige eingeführt werden soll, die angibt, wie lange der Spieler an dem Automaten bereits aktiv ist und wie der Gewinn oder Verlust beim Spielen aussieht.

Von vielen Seiten wird die Eindämmung der Spielhallen befürwortet, da man sich erhoffe so die Spielsucht eingrenzen zu können. Besonders die Städte im Südwesten scheinen dieser Meinung zu sein. Das Problem sei außerdem, dass durch die Spielhallen oft andere Geschäfte aus einer Gegend abgedrängt werden und somit ein richtiges Spielhallenviertel entsteht. Dies sei oft der Fall gewesen und für die Zukunft wolle man dies verhindern. Spielhallen müssen nicht komplett verboten werden, aber es soll ein Ausglich vorherrschen, um so zusätzlich das Bild der jeweiligen Stadt nicht zu zerstören.

Allein in Baden Württemberg ist die Anzahl der Spielhallen um fast 700 gestiegen und dies in nur sechs Jahren. Hier müsse in Zukunft Einhalt geboten werden Mit den Spielbanken wird gleichzeitig auch nach dieser Manier verfahren, da zum Beispiel erst kürzlich der Antrag auf eine vierte Spielbank in Mannheim abgelehnt wurde. Man wolle einheitlich das gleiche Ziel verfolgen und daher hätte das Land sich durch die vierte Spielhalle unglaubwürdig gemacht. Die Suchtprävention und die Bekämpfung der Spielsucht sollen in Zukunft vermehrt oberste Priorität besitzen.