Für die Spielhallen-Betreiber ist diese Entscheidung mit Sicherheit nicht sehr positiv. Den Betreibern wurde somit von Seiten der Landesregierung eine Zwangspause verordnet. Neben diesen Zwangspausen soll in Zukunft von Seiten der Betreiber außerdem stärker gegen die Spielsucht vorgegangen werden. Das Spielhallengesetz wurde neu verfasst und im hessischen Landtag präsentiert.

Die Schließzeiten sollen in der Zeit zwischen 4 und 10 Uhr durchgeführt werden. Darüber hinaus wurden die Spielhallenbetreiber dazu aufgefordert, mehr für die Suchtprävention vor Ort zu tun. Zu diesen Regelungen zählen der Spielerschutz und vor allem die Information der Spieler vor Ort und die Warnungen an den einzelnen Spielautomaten.

Zu den Forderungen nach mehr Spielerschutz und Suchtprävention zählt außerdem die Einführung eines Sperrsystems, in welches die Spieler sich eigenständig eintragen lassen können. Auch die Mitarbeiter und Unternehmer selbst können Spieler in das Sperrsystem eintragen lassen, wenn sie ihrer professionellen Meinung nach überzeugt davon sind, dass bei den entsprechenden Spielern eine hohe Spielsuchtgefahr vorliegt.

Der Münzautomaten-Verband hat direkt eine Reaktion auf diese neusten Entwicklungen geäußert. Der Verband droht mit einer Verfassungsbeschwerde, da die gesamte Branche durch diese neuen Regelungen in Gefahr sei. Durch das neue Gesetz, würden die Betreiber von großen und vor allem auch von kleinen Spielhallen mit einem Rückgang der Umsätze konfrontiert sein und besonders die Existenzen der kleinen Unternehmer seien dadurch in großer Gefahr, so der Verband.

Auf der anderen Seite äußerten sich die Suchtexperten äußerst positiv zu den Neuregelungen und forderten gleichzeitig Gesetze die noch strenger geregelt werden. Die Oppositionsparteien als auch die Suchtexperten fordern weitere Regelungen, die die Anzahl der Spielhallen insgesamt verringern könnten. Das neue Spielhallengesetz sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch sei hiernach noch mit keinen großen änderungen zu rechnen, so Experten aus dem Bereich der Spielsuchtbekämpfung.

Die Landesstelle für Spielsuchtbekämpfung (HLS) hatte klare Regelungen gefordert, die zum Beispiel die Gebühr in Höhe von 2000 Euro für die Aufstellung pro Spielautomaten beinhaltete. Diese Vorschläge wurden allerdings in Bezug auf den neuen Gesetzesentwurf nicht berücksichtigt. Auch höhere Mindestabstände und höhere Konzessionsgebühren waren gefordert, allerdings wurden diese Wünsche auch nicht berücksichtigt, was von Seiten der Oppositionsparteien und der Suchtexperten auf Kritik stieß.

Statistiken zufolge sind hauptsächlich junge Männer zwischen 25 und 30 Jahren von der Spielsucht betroffen. Besonders in letzter Zeit wurde jedoch vermehrt festgestellt, dass auch immer Jugendlichen dem Glücksspiel verfallen. Allein in Hessen gibt es rund 50000 Menschen, die von der Spielsuchtgefahr betroffen sind oder zumindest der Spielsuchtgefahr unterliegen.

Die Landesregierung entschied sich für die Neuregelung, weil die Spielsucht in der Vergangenheit besonders in den Spielhallen enorm angestiegen ist. Auch der Zuwachs von Spielhallen wird als Grund für die steigende Spielsucht gesehen. Aus diesem Grund muss in dieser Hinsicht nun ein Riegel davor geschoben werden.