Ab Januar 2010 gibt es in Estland ein neues Casino Glücksspielgesetz. Damit gehört Estland zu den wenigen Ländern, die das Glücksspiel akzeptieren und regulieren, für die Lizenzierung droht allerdings ein bürokratische Spießrutenlauf. Nach dem geplanten Gesetzentwurf müssen sich alle Glücksspielanbieter in Estland lizensieren lassen, wenn sie dort Handel betreiben wollen. Das heißt, Unternehmen die am estnischen Markt aktiv werden, oder bleiben wollen, benötigen erstens eine allgemeine Glücksspiel Lizenz und müssen zweitens separat für den Betrieb von Online-Glücksspielen eine Genehmigung beantragen.

Diese Legalisierung ist ein Zeichen dafür, dass die osteuropäische Region, die jahrzehntelang unter strikter kommunistischer Kontrolle gehalten wurde, den Kapitalismus komplett angenommen hat.

Estlang gehört zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften, mit der Entscheidung Online Glücksspiel zu legalisieren setzen sie einen Trend, der sich in dem gesamten europäischen Raum fortsetzten wird, auch in Ost ? und Westeuropa. Mit der geplanten Verfahrensweise zur Lizensierung von online Kasions hat Estland auch die Aufmerksamkeit der Europäischen Kommission auf sich gezogen.

Einige Tochtergesellschaften von führenden europäischen online Glücksspiel Softwareentwicklungßunternehmen befinden sich bereits in Estland und besitzen selbstverständlich eine anerkannte Lizenz, allerdings in einem anderen EU Land.

Beamte der Europäischen Kommission haben Vorbehalte gegen die Forderung, die den EU Prinzipien des freien Handels von Gütern und Dienstleistungen unter Mitgliedsstaaten widersprechen würde, indem Estland auf Lizenzierung jener EU Unternehmen bestünde, die bereits über anerkannte Lizenzen aus anderen EU Staaten verfügen. Diese komplexen Bestimmungen für die Zulassung lässt bei einigen Markt-Experten die Frage aufkommen, ob die Regulierung des Online Glücksspiels tatsächlich so eine großartige Entwicklung ist.

Mit Interesse verfolgt auch die europäische Spiel- und Wettvereinigung die derzeitige Entwicklung. Die Richtlinien der Kommission dürften den Regulierungsbeamten in Estland bekannt sein, so Generalsekretärin Sigrid Ligne. Diese wüssten, dass online Glücksspielanbieter, die bereits über eine Spiellizenz eines anderen EU Landes verfügen, nicht genötigt werden dürfen, auch eine Lizenz in Estland zu beantragen, dass wäre mit dem neuen Gesetz aber der Fall.

Eine Lizenzierung bedeutet automatisch auch mehr Steuereinnahmen, dass bedeutet, dass Gebühren gezahlt und strenge Kontrollen herrschen müssen. Prinzipiell sind Kontrollen ein guter Weg, den rechtlichen Rahmen zu überwachen, es kommt aber zusätzlicher Verwaltungsaufwand für Unternehmen und diese würden ihre Energien und Ressourcen lieber in Marketing investieren, als sich ständig mit der Einhaltung zahlloser Vorschriften zu beschäftigen. Die Regierungen scheinen in Zeiten der Rezession dazu zu neigen, immer mehr Gebühren von Unternehmen zu verlangen, um auf einfachem Wege zu mehr Geld zu kommen.

Mit dem neuen Gesetz kann es außerdem dazu kommen, dass ab dem 1. Januar 2010 tausende von Online Glücksspiele Angeboten, die jetzt in Estland zugänglich sind, illegal werden, wenn sich die Betreiber nicht an die Vorschriften des estnischen Glückspielgesetzes halten. Der Zugang zu diesen Websites muß dann entsprechend verhindert werden. Für viele Betreiber kann es wirtschaftlich nicht sinnvoll sein, ihre Aktivitäten durch die Gründung eines neuen estnischen Unternehmens, welches dann einen langen Prozess einer Lizenzvergabe gehen muss, zu legalisieren.