Am Montag machte der Bundesstaat New Jersey Geschichte, da es der erste Staat in Amerika war, der Online Glücksspiel lizenziert und reguliert befürwortet. Wenn der Gouverneur Chris Christie das Gesetz unterschreibt, dann wird New Jersey der erste Bundesstaat sein, der lizenziertes und reguliertes Online Glücksspiel in den Staaten gestattet.

Er hat 45 Tage Zeit entweder das Gesetz zu unterzeichnen oder ein Veto dagegen einlegen. Wenn er ein solches einlegen will kann die Gesetzgebung des Bundesstaates dieses kippen. Doch dazu braucht es eine zweidrittel Mehrheit der Versammlung und des Senats, dieser Vorgang hat seine Tücken. Republikaner, die für die Legalisierung des Online Glücksspiels gestimmt haben, werden ihrem Gouverneur sicher nicht in den Rücken fallen. Und weil die Demokraten keine Veto-sichere Mehrheit haben, ist ein Veto durchaus möglich.

Wird Christie gegen das Gesetz Einspruch einlegen? Dies hängt von seinen politischen Zielen ab.

Christie ist ein aufsteigender Stern am republikanischen Himmel und wird als möglicher Präsidentschaftskandidat für 2012 gehandelt. Wenn er für seine Partei als Präsident oder als Vizepräsident antreten will, könnte die Legalisierung des Online Glücksspiels Probleme bereiten. Er ist sich dessen bewusst, dass wenn er dieses Gesetz unterzeichnend, wird dies den konservativen Republikanern nicht gefallen.

Dies könnte dafür sorgen, dass er für ein solches Amt nicht einmal in Erwägung gezogen wird. Doch wenn er nationale Ziele verfolgt, dann könnte dieses Veto günstig sein. Doch er sorgt sich nicht um den Einfluss der nationalen Politik, er wird dieses Gesetz höchstwahrscheinlich in Kraft treten lassen. Diese Legalisierung wurde mit großer Unterstützung angenommen und die Gesetzgeber mögen es bekanntlich nicht, wenn gegen ihre Arbeit Einspruch erhoben wird.

Doch wenn Christie sich dafür entscheidet, das Veto durchzuführen, dann könnte ihm die allgemeine Unwissenheit im Bezug auf das Online Glücksspiel helfen. Auch wenn die UIGEA besonders das Glücksspiel innerhalb der Grenzen New Jersey anerkennt, das von der Regierung des Bundesstaates initiiert wurde. Er könnte seinen Einspruch damit begründen, dass er dem Recht der USA nicht zuwiderlaufen möchte und wäre so aus dem Schneider. Die meisten Gesetzgeber haben keine Ahnung, was legal oder illegal in Bezug auf dieses Recht ist, denn ist nicht ihr Fachgebiet.

Und wenn Christie angibt, dass sein Anwalt denkt, dass es nicht rechtens ist, dann werden die die meisten Gesetzgeber dies als rechtlich undefinierte Zone ansehen und es dabei belassen. Dazu kommt noch, dass die Rechtsabteilung, welche eine solche legale Ansicht hegt, alle Formen des Glücksspiels als unrechtmäßig ansieht, ungeachtet dessen, was die UIGEA sagt und schon hat man den politischen Schutz für einen solchen Einspruch.

Christie hat in der öffentlichkeit nicht gesagt, was er zu tun gedenkt. Doch was auch immer er entscheidet, hat die Gesetzgebung von New Jersey damit Erfolg gehabt, was andere lange versucht haben, sie haben das Glücksspiel legalisiert.

Der Bundesstaat Kalifornien versuchte ein Gesetz zum Online Glücksspiel letztes Jahr durchzusetzen, doch es verlief im Sande. Es bekam nicht einmal die notwendigen Stimmen im Senat und im Abgeordnetenhaus. Die Staaten Florida und Iowa haben sich mit diesem Thema befasst und sind nicht weitergekommen.

Der republikanische Abgeordnete Frank hat es geschafft, ein Gesetz zum Online Glücksspiel durch sein Financial Service Committee durchzudrücken, doch darüber wurde im Abgeordnetenhaus nicht abgestimmt. Und der Vorsitzende der Mehrheit im Senat, Reid, scheiterte bei seinen Bemühungen, ein Gesetz zum Online Poker, das eigentlich legalisiert hätte werden sollen, durchzusetzen. Dies geschah in derselben Art wie der UIGEA in Kraft trat.

Doch weshalb war die Gesetzgebung in New Jersey erfolgreich, während die kalifornischen und gesamt-amerikanischen Bemühungen scheiterten? Dieser Grund ist einfach. In New Jersey gab es weniger Hindernisse zum Erfolg in anderen Staaten.

Auf amerikanischer Ebene ist das Glücksspiel ein stark moralisches Thema. Politiker im Kongress sind noch nicht so weit wie die in den Bundesstaaten. Glücksspiel ist moralisch tabu, doch man braucht die Erträge um den Haushalt auszugleichen. Doch die Debatte in Regierungskreisen wird auf ideologischem Niveau betrieben. Hier finden sich Politiker, die das Glücksspiel vehement ablehnen, weil es falsch ist, es ist eine Todsünde, die Familien auseinander reißt und Haushalte ruiniert.

Und wenn sie auch die Schlacht um die Expansion des Glücksspiels in den USA verloren haben, versuchen sie immer noch Online Glücksspiel zu verhindern. Da gibt es aber auch noch diejenigen, die die Legalisierung dieser Sparte befürworten, aber nur dann wenn es zu ihrer Zufriedenheit reguliert wird- und wenn die Erträge die erwarteten Sozialausgaben decken.

Es gibt einige Juristen von beiden Seiten, die eine freiere Herangehensweise wagen. Die Regierung soll den Erwachsenen nicht hineinreden, wie sie ihr Geld in ihrer Freizeit ausgeben sollen. Doch diese sind noch in der Minderheit.

In Kalifornien und New Jersey ist die Moral nicht mehr so wichtig. Demokraten und Republikaner haben sich mit dem Glücksspiel angefreundet und die Erträge kommen den Staatskassen zugute. Das Gesetz aus New Jersey bekam von der Versammlung 63 zu 11 Stimmen und die ursprüngliche Abstimmung im Senat erbrachte 29 zu 5 und vor kurzem 34 zu 2 in der Versammlung.

Im Senat des Bundesstaates sitzen 16 Republikaner und in der Versammlung 33, so herrscht eine ungewöhnliche Harmonie.

Doch in Kalifornien und Bundesstaaten, in denen die Spielinteressen der Indianer verfolgt werden, wurde die Legalisierung nur in Angriff genommen, weil Verantwortliche in der Branche sich nicht darüber einig werden konnten, wie es mit dem Online Glücksspiel weitergehen sollte.

Einige kommerzielle Casinos und Card Rooms wollen Online Glücksspiel anbieten, doch die Indianerstämme lehnen dieses vehement ab. Sie sind der Meinung es würde die Gäste von ihren Casinos fernhalten, ein oft vorgebrachtes Argument.

Manche der Stämme in Kalifornien sind der Ansicht, dass sie ein exklusives Recht haben, Online Glücksspiel anzubieten, auf der Grundlage der Vereinbarungen, die sie mit dem Bundesstaat getroffen haben. Der Bundesstaat kann es also nicht Dritten erlauben. Manche Rechtsexperten sind mit dieser übereinkunft nicht einverstanden, doch die Gerichte werden in dieser Angelegenheit das letzte Wort haben. Der Stamm der Morongo in Kalifornien hat nun vor, seinen Kunden Online Poker bereitzustellen.

Mit einer solchen Bandbreite an Meinungen haben die Gesetzgeber in den Bundesstaaten den sichersten Weg zu wählen und nichts zu tun, obwohl sie diese Erträge dringend benötigen. In Bundesstaaten mit indianischen Casinos sind die Indianerstämme eine mächtige politische Kraft, die die Gesetzgeber für ihre Wahlkampfkampagnen nutzen, ihnen zuwiderzuhandeln, wäre also unklug.

Große kommerzielle Casinogesellschaften sind also einflussreiche politische Kräfte, die auch berücksichtigt werden müssen. Bis die Indianerstämme und die kommerziellen Casinogesellschaften zu einer Art Kompromiss gelangen, mit dem jeder klarkommen, wird es Online Glücksspiel in Bundesstaaten mit indianischen Spielinteressen nicht geben.

Und nun zu New Jersey. Hier waren keine indianischen Spielinteressen vorhanden. Und Atlantic City ist so blank, dass der Bundesstaat dazu bereit war, alles zu tun, damit sich die Lage verbessert, auch Online Glücksspiel.

Es spielte keine Rolle, dass das Caesars unmissverständlich klargemacht hatte, dass es nur Regulation auf gesamt-amerikanischer Ebene haben wollen und dass die Casinos in Atlantic City dabei nicht konsequent waren, denn die Glücksspielwirtschaft in New Jersey musste gesichert werden.

Die Interactive Media Entertainment & Gaming Association erkannte früh, dass sich in New Jersey dahingehend etwas tat und arbeitet mit dem demokratischen Senator Lesniak zusammen. Die Gesetzgebung für Online Glücksspiel wurde so durchgesetzt und so Geschichte gemacht.