Der stellvertretende Präsident des Landtags in Bayern beschreitet im Hinblick auf die Diskussion um die sich in Nürnberg befindlichen Spielstätten Neuland. Er ist auch Bezirksvorsitzender der FDP und schlägt eine Spielbank in der Stadt vor, die den 136 Spielhallen den Wind aus den Segeln nehmen soll.

Er ist der Meinung, dass zahlreiche Leute ihrer Spielleidenschaft frönen wollten. Es sei dann optimaler, dass sie diesem Hobby in einer vom Staat überwachten Spielbank mit Ausweiskontrolle frönten, als in einer Daddelstube ohne Kontrolle, deshalb sei eine Spielbank an diesem Standort gar nicht so abwegig.

Diese Erwägungen haben auch praktische Gründe, denn dann müsste man nicht mehr den weiten Weg nach Feuchtwangen oder Tschechien auf sich nehmen. Der Vizepräsident hat eine Zulassung für einen privaten Betreiber im Blick, die nicht vom Standort abhängen soll und er spielt mit dem Gedanken, eine Spielbanken des Staates, wie Bad Steben zuzumachen und eine in Nürnberg zu etablieren.

Die Parteien SPD und CSU in der Stadt liegen seit einiger Zeit darüber im Clinch, wie man die ?berschwemmung durch Spielhallen bekämpfen soll. Es existieren rund 140 Zulassungen in der Stadt, wodurch Nürnberg einen der oberen Plätze einnimmt.

Der Plan der SPD, eine Abgabe für Spielhallen zu etablieren, stößt bei dem FDPler auf Widerstand. Er bewertet diese Abgabe als Bagatellsteuer und ist der Meinung, dass sie im ganzen Land nur 40 Millionen Euro einnehmen würde.

Er wehrt sich gegen Vorwürfe der Partei, dass die FDP keine besonderen Kontrollen der Spielhallen anstrebten, da sie von den Anbietern finanzielle Zuwendungen bekämen. Er habe sich beim Landesschatzmeister informiert und so sei der Vorwurf gegen die FDP haltlos.

Wie die CSU ist er der Meinung, dass das Baurecht der Stadt genügend Möglichkeiten gebe, den Spielhallen entgegenzutreten. Die SPD allerdings bezweifelt die Wirksamkeit dieser Methode.