In der heutigen Zeit gibt es zahlreiche Glücksspielangebote, vor allem im Internet. Neben bekannten Spielen wie BlackJack, Poker und Roulette, lassen sich Anbieter immer mehr Angebote einfallen, welche die Kunden begeistern. Zu diesen Angeboten zählt auch die sogenannte Online-Cent-Auktion, die nun vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg als verbotenes Glücksspiel eingestuft wurde.

Was ist die Online-Cent-Auktion?

  • Angebot von verschiedenen Markenprodukten durch Betreiberin
  • rückwärts laufende Zeitschaltuhr
  • während des Laufens der Zeitschaltuhr waren Gebotsabgaben möglich
  • Gebote mit Gebotspunkten, die im Vorfeld käuflich erworben werden konnten (50 Cent je Punkt)
  • Angebot der Gebotspunkte in Mengenpaketen (kleinstes Paket bestehend aus 20 Punkten für 10 Euro)
  • Kosten für die Gebotsabgabe lagen bei einem Punkt
  • Gebotsabgabe führte zur Preiserhöhung des Produkts und um die Verlängerung der Versteigerungszeit um 15 Sekunden
  • letzter Bieter vor Zeitablauf erwarb das Recht, das Produkt zum letzten Gebotspreis zu erwerben
  • Bieter zahlten für das Recht, mitzubieten, und für das Produkt selbst

Auktion wurde als Spiel eingestuft

Die Online-Cent-Auktion wurde bereits seit mehreren Jahren durch die Betreiberin veranstaltet. Nachdem die Ordnungsbehörde das Angebot der Auktion untersagte, ging die Betreiberin dagegen gerichtlich vor. Nun traf das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Entscheidung, dass die Online-Cent-Auktion als Glücksspiel einzustufen sei, welches vom Zufall abhänge.

Gründe für diese Entscheidung:

  • es liegt ein Glücksspiel vor, weil im Rahmen eines Spiels für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird
  • Entscheidung über den Gewinn hängt bei der Auktion ganz oder überwiegend vom Zufall ab
  • Gebotsabgabe diente der Einnahmeerzielung der Veranstalterin
  • Vorliegen des Zusammenhangs zwischen dem Einsatz und dem Erwerb einer Gewinnchance

Das OVG Lüneburg entschied, dass die Form der Auktion der Betreiberin des Internetportals verboten werden muss. Der Ablauf der Auktion wurde als Glücksspiel eingestuft, welches in diesem Fall ohne Genehmigung betrieben wurde. Zudem sei das Angebot auch im Nachhinein nicht erlaubnisfähig.