Während bisher noch die Automaten-Sucht das größte Problem für Beratungsstellen darstellt, gehen diese davon aus, dass die Online-Glücksspiel-Sucht bald den ersten Platz einnehmen wird. Im Gespräch mit Ilona Füchtenschnieder-Petry, Leiterin der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW gibt es einen Überblick darüber, wie die aktuelle Situation rund um die Spielsucht aussieht und wieso das Online Glücksspiel für die Berater ein so großes Problem darstellt – bereits jetzt als auch in der Zukunft.

Fakten zur Glücksspielsucht in NRW:

– ca. 40 000

– etwa weitere 40 000 haben Probleme mit dem Glücksspiel

– Spielsucht als Problem von Angehörigen von Betroffenen

– ca. 150 Patienten mit diesem Krankheitsbild behandelt die Johannesbad-Fachklinik als NRW-Schwerpunkt Einrichtung pro Jahr

– größtes Problem bisher die Automaten-Sucht mit 70-80 Prozent

Für die Angestellten der Johannesbad-Fachklinik als NRW-Schwerpunkt Einrichtung sind sowohl die aktuellen Probleme in Bezug auf die Automaten-Sucht ein großes Problem, als auch die Zukunftsaussichten der Glücksspielbranche. Generell gebe es zu viele Spielsüchtige im Vergleich zu den ausgebildeten Helfern. Die Automaten-Sucht sei in den letzten Jahren ausgeufert, doch eventuell könne hier bald aufgeatmet werden, denn die Regierung arbeitet bereits auf Hochtouren daran diese Sucht einzudämmen.

Während mit der Regulierung im Bereich des Automatenspiels Grenzen geschaffen werden können und mehr Wert auf Prävention und Information gelegt wird, sieht dies im Bereich des Online Glücksspiels ganz anders aus. Hier sind Regulierungen kaum möglich, denn das Online Glücksspiel ist zum Teil illegal und befindet sich in einer Art Grauzone. Kontrolle und Prävention scheinen hier besonders schwer umsetzbar.