Zum Einen stören diese in den Augen der Städte und ihrer Bewohner das Stadtbild, zum Anderen geht für die Verbraucher zum Teil eine große Gefahr von den Spielstätten aus. Wettbüros und Spielhallen leben zum großen Teil von der Spielsucht der Bevölkerung. In Kiel ist man aktuell darum bemüht, eine Ordnung bei der Ansiedlung von Vergnügungsstätten herbeizuführen. Hierzu soll ein planerisches Konzept erstellt werden.

Bei dem Konzept für die Anordnung von Vergnügungsstätten geht es der Stadt Kiel vor allem darum, eine Abwärtsentwicklung des dortigen Geschäftsbereichs zu verhindern. Diese kann bereits eintreffen, wenn mehr als drei Spielhallen oder Wettlokale an einem Ort ansässig werden. Nach Angaben von Florian Gosmann, Leiter des Stadtplanungsamtes, würden die Mieten in den Bereichen steigen, da die Ketten durch hohe Einnahmen auch bereit seien hohe Mieten zu zahlen.

Dies könnte zu Verdrängungen führen. Darüber hinaus seien die zugeklebten Fenster von Glücksspieletablissements negativ für das Stadtbild. Mehrere Etablissements dieser Art würden die Gebiete unattraktiv machen. Durch Verdrängung würden einige Geschäfte im Laufe der Zeit leer stehen und langfristig würde dadurch die Kundschaft ausbleiben. Diesen Trading-Down-Effekt will man in Kiel durch ein planerisches Konzept für die Zukunft verhindern.

Beschränkung der Ansiedlung auf drei Gebiete

Das planerische Konzept für Vergnügungsstätten sieht aktuell in Kiel vor, dass die Bebauung mit weiteren Etablissements dieser Art ausschließlich an drei Standorten in der Stadt genehmigt werden soll. Hierzu zählt die Küste, an der bereits Spielhallen, Wettbüros und Bordelle angesiedelt sind und sich bisher nicht negativ auf die Stadt oder Nachbarschaft ausgewirkt haben.

Eine weitere Region soll rund um die Spielbank festgelegt werden und am Cap am Hauptbahnhof, wo bereits zwei Spielhallen und eine Diskothek angesiedelt sind. Aktuell gäbe es bereits zehn Anfragen für die Neueröffnung von Glücksspieletablissements, doch zuerst einmal sollen die Leitlinien festgelegt, beraten, gegebenfalls nachbearbeitet und am Ende vom Rat beschlossen werden.