Für zahlreiche Angestellte der Casinos Austria bekommt der wohl berühmteste Satz im Roulette einen bitteren Beigeschmack, denn der Noch-Inhaber des Monopols plant in seinen österreichischen Casinos die Arbeitsstellen zu reduzieren.

Das Unternehmen beginnt damit die größte Neustrukturierung seit etlichen Jahren. Man will in den 12 unternehmenseigenen Casinos in Österreich das Personal reduzieren, hier sind momentan 1.700 Menschen beschäftigt und 150 werden unter die Neustrukturierung fallen, im Ausland arbeiten rund 7.500 Menschen für das Unternehmen, welches insgesamt etwa 10.000 Angestellte beschäftigt.

Der Betriebsrat des Unternehmens bejahte dieses Vorhaben. Man habe ein Modell entworfen, das besonders Angestellte betrifft die mindestens 50 Jahre oder älter sind. Man wollte ihnen den Vorschlag unterbreiten, bis zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung nur noch auf Bereitschaftsbasis für die Casinos Austria zu arbeiten.

Dieses Modell sei sinnvoll, denn die Mitarbeiter bekämen eine Abfindung und behielten ihren Anspruch auf eine Pension. 26 Angestellte hätten diesen Vorschlag angenommen und erst für 90 Mitarbeiter seien Rücklagen da. Dem Betriebsrat ist es sehr wichtig, dass keiner der Mitarbeiter dazu genötigt wird.

Der Sprecher der Casinos Austria fügt hinzu, dass das Limit dieses Modells bei 150 Angestellten liege. Dieses Angebot sei für ältere Mitarbeiter und diejenigen gedacht, die sich im Beruf verändern möchten. Das Bereitschaftsprinzip laufe, so der Sprecher, auf freiwilliger Grundlage.

Die Pläne werden nun zu einem unpassenden Zeitpunkt für das Unternehmen öffentlich, denn der Generaldirektor des Unternehmens, der seine Vertrag erst kürzlich bis 2016 verlängerte, hat mit Widerstand aus der Wirtschaft zu hadern. Besonders das internationale Geschäft funktioniert nicht so wie es sollte.

Das Tochterunternehmen im Ausland machte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres einen Verlust von mehr als 14 Millionen Euro und auch das ganze Unternehmen droht zum ersten Mal in die roten Zahlen zu rutschen, ungeachtet des außerordentlichen Gewinns vom Verkauf der Anteile an der Spielbank Luzern und der reduzierten Steuern für Spielbanken von 48 auf 30 Prozent.

Im letzten Jahr konnte der Glücksspielkonzern noch einen Ertrag von 64,4 Millionen Euro einfahren, bei einem rekordverdächtigen Umsatz von mehr als 3 Milliarden Euro. Auch wenn der Betriebsrat diese Pläne absegnet, so fühlen sich die Mitarbeiter in den Casinos keineswegs sicher.

Dies liegt daran, dass im nächsten oder im übernächsten Jahr die Zulassungen für die Casinos von 12 auf 15 erhöht und öffentlich bekannt gemacht werden. Dies ist für die Casinos Austria das Ende ihrer Monopolposition.

Auch der Automatenhersteller Novomatic aus Niederösterreich möchte sich um die Lizenzen bemühen, wenn ihm das glückt, dann müssten die Casinos Austria eventuell mit noch weniger Standorten auskommen und das würde möglicherweise noch mehr Stellenstreichungen bedeuten. Alles hängt von zu der Zuteilung der Lizenzen ab, erst wenn dies geschehen ist, dann kann man weiter planen, so der Betriebsrat.