Nachdem bereits einige Prüfungen und Untersuchungen durchgeführt wurden scheint nun der OGH es für nötig zu empfinden selbst eine Prüfung in Auftrag zu geben, um so Klarheit zu dieser Thematik zu erhalten. Der OGH gab an, dass das heimische Glücksspielmonopol nun noch einmal durch die Erstinstanz geprüft werden solle und diese eine Entscheidung im Sinne der Judikatur des Europäischen Gerichtshofs fällen werde.

Grund für das Einschreiten und Prüfen durch den OGH ist eine Klage von Seiten eines Spielers. Dieser ging vor Gericht und beklagte einen privaten Internetglücksspielanbieter. Die Forderung des Spielers, der beim Gaming eine Summe in Höhe von einer Million Euro verspielt hatte, war die Rückgabe des verlorenen Geldes durch den Glücksspielanbieter. Hierbei bezog sich der Spieler darauf, dass der private Glücksspielanbieter über keine Konzession verfügen würde und das Angebot daher illegal sei. Dieser Umstand sollte ihm dazu verhelfen, sein verlorenes Geld wieder zurückzubekommen.

Vor Gericht hatte der Glücksspielanbieter jedoch Einwände gegen die Klage vorzubringen, die sich auf die Europarechtskonformität des Glücksspielmonopols bezogen. Der Glücksspielanbieter machte deutlich, dass das Glücksspielmonopol österreichs der EU-Dienstleistungsfreiheit wiedersprechen würde.

Der Wiederspruch sei Grund genug, dass private Glücksspielangebote nicht als illegal dargestellt werden dürften, sondern erlaubt seien. Die Uneinigkeit herrschte jedoch offensichtlich nicht nur bei Kläger und Beklagtem vor, sondern auch bei den Gerichten, denn währen die Klage vom Erstgericht abgewiesen wurde gab das Berufungsgericht der Klage statt. Aufgrund dessen schaltete sich der OGH ein, der die Entscheidung aufhob und nun eine Prüfung durch den EuGH anordnete.