Die Anti-Spielsucht-Kommission NVPG in Singapur hatte vorgehabt, die Fußball-Weltmeisterschaft zu nutzen, um damit auf die möglichen Risiken des Glücksspiels hinzuweisen. Anstelle jedoch die Gefahren deutlich zu machen, zeigte der Spot durch den Gewinn der Deutschen Mannschaft die hohen Gewinnmöglichkeiten auf, die Spieler bei Sportwetten generieren können.

In dem Anti-Glücksspiel-Werbespot wurde ein weinender junge gezeigt, der verzweifelt darüber war, dass sein Vater die gesamten Ersparnisse auf den Sieg der deutschen Mannschaft gesetzt hatte. Dieser Spot wurde bereits mit dem Beginn der WM ausgestrahlt. Offensichtlich war genau diese Ausstrahlung ein hohes Risiko, denn wie heute bekannt ist, wurde die deutsche Nationalmannschaft tatsächlich Weltmeister bei der WM 2014 in Brasilien. Schon mit dem Spiel in der Vorrunde, gegen Portugal, welches mit einem 4:0 für die deutsche Mannschaft endete, ernteten die Macher des Spots Spott und Hohn.

Trotz des hohen Gewinns gegen Portugal wurde der Sport vorerst weiterhin ausgestrahlt. Die Misere war perfekt, als Deutschland dann im Halbfinale das Spiel mit einem 7:1 für sich entschied. Der Spot ging nicht auf, denn durch den Erfolg der deutschen Mannschaft zeigte der Spot nur, dass beim Sportwetten auch die Möglichkeit besteht, mit dem richtigen Tipp enorm viel Geld zu machen. Aus einem Anti-Glücksspiel-Spot wurde somit ein Pro-Glücksspiel-Spot, der sicherlich sogar Menschen dazu animierte, auf die Lieblingsmannschaft zu setzen.

Der Misserfolg des Spots wurde sehr spät erkannt und die NCPG versuchte dennoch zu reagieren. So wurde ein zweiter Spot ausgestrahlt bei dem der Vater des Kindes eine neue Sportwette für das Finale setzte, dieses Mal mit dem falschen Ergebnis. Die Schadensbegrenzung war in diesem Fall allerdings wenig erfolgreich, denn die Anfangsintention ging natürlich nicht auf. Die deutsche Mannschaft gewann die Fußball WM und damit hatte der Vater des Jungen letztlich die richtige Entscheidung getroffen: die Ersparnisse auf den deutschen Sieg gesetzt, wodurch er heute ? theoretisch ? ein reicher Mann sein müsste.