In besagtem Fall klagte eine Veranstalterin von einem Sachpreisturnier und die Verhandlung ging bereits durch mehrere Instanzen. Als höchste Instanz entschied bisher das Bundesverwaltungsgericht, welches der Veranstalterin Recht zusprach. In dem Falle der von ihr organisierten Veranstaltung war die Erhebung der Teilnahmegebühr laut Gericht lediglich die Erhebung von Gebühren, um die Veranstaltungskosten zu decken, jedoch nicht um die Gewinne für die Spieler damit zu finanzieren.

Die Sachpreisturniere der Veranstalterin waren Texas Hold em Turniere, bei denen das Pokerspielen als Spaß im Vordergrund stand. Das minimale Buy-In wurde als Teilnahmegebühr erhoben, um die Veranstaltungskosten zu decken. Dennoch wurde die Veranstaltung dieser Turniere im Jahr 2010 von der Lutherstadt Wittenberg verboten. Die gerichtlichen Verhandlungen, die auf die Klage der Veranstalterin hin folgten, dauern bereits seit dreieinhalb Jahren an. Das Verwaltungsgericht hatte der Betreiberin zuerst kein Recht zugesprochen, doch das Urteil wurde von Seiten des Bundesverwaltungsgerichts aufgehoben.

Zusammengefasst basiert das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts darauf, dass ein Poker-Turnier in der Variante "Texas Holdem" dann nicht als Glücksspiel bezeichnet werden kann, wenn zur Teilnahme lediglich eine Gebühr erhoben wird, die gerade mal die Veranstaltungsgebühren deckt. Bei den Sachpreisturnieren der Veranstalterin gab es lediglich geringwertige Pokale und eine kostenlose Teilnahme zu weiteren Turnieren zu gewinnen. Bei der unentgeltlichen Teilnahme an weiteren Turnieren wurden den Spielern tatsächliche Gewinnmöglichkeiten in Aussicht gestellt. Die Stadt Lutherstadt Wittenberg stufte aufgrund dessen die Turniere in dieser Form als illegales Glücksspiel ein.

Die Klägerin legte Wiederspruch ein, da neben der geringen Teilnahmegebühr keine weiteren Einsätze zum Spielen getätigt werden müssen, die die Spieler auf einen höheren Gewinn hoffen lassen könnten. Damit würde es sich bei der Spielvariante in dieser Form lediglich um ein Unterhaltungsturnier handeln, so die Klägerin. Aufgrund dieses Wiederspruchs wurde das Urteil von Seiten des Bundesverwaltungsgerichts nach Prüfung des Tatbestands wieder aufgehoben.