Der marokkanische Politiker Mohamed Yatim fungiert als Vorsitzender der Justice & Development Party (PJD), die als Zugehöriger der Koalition, die das Sagen über das Land hat, die Glücksspielgesetze nun ändern wollen. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass der Sohn des Glücksspielgegners, Salaheddin Yatim, kürzlich durch den dritten Platz bei der World Poker Tour Marrakesch von sich reden machte.

Normalerweise wird eher davon ausgegangen, dass innerhalb der Familie die Familienangehörigen die gleiche Einstellung haben. Bei der Familie Yatim scheint dies jedoch nicht einzutreffen, denn während der Vater gegen das Glücksspiel kämpft, setzt der Sohn sich bei einem Pokerturnier erfolgreich durch und belegte den dritten Platz bei einem wichtigen Turnier. Der Politiker Mohamed Yatim reichte nun einen Gesetzesentwurf gegen Glücksspiel ein, welcher unter Anderem die Bewerbung von Glücksspiel generell verbieten soll. Zudem plant die Justice & Development Party (PJD) das Glücksspiel insofern einzudämmen, dass weniger Touristen die Casinos in Marokko besuchen.

Unterschiedliche Pläne bei Vater und Sohn

Während der Vater im Kampf gegen das Glücksspiel immer aktiver wird, scheint der Sohn ganz andere Pläne zu verfolgen. Bei der WPT Marrakesch schaffte es Salaheddin Yatim auf Platz drei. Der Vater des Pokerspielers machte deutlich, das Poker nach dem vor Ort geltenden Gesetz legal sei, auch wenn das Glücksspiel nicht mit dem Islam vereinbar sei.

Eindeutige Antworten, wie der Vater zu den Tätigkeiten des Sohnes steht und andersherum, wurden bisher nicht gegeben. Die Handlungen des Politikers machen jedoch deutlich, wie er zum Glücksspiel steht, denn trotz des erfolgreichen Pokerspiels seines Sohnes reichte Mohamed Yatin den Gesetzesentwurf gegen Glücksspiel beim Parlament ein.