Auf Grund der schlechten Situation der HSH Nordbank sollen die fünf Kasinos in Schleswig Holstein nun privatisiert werden. Es ist noch nicht einmal zwölf Jahre her, als Schleswig Holsteins Spielbanken in öffentlich–rechtliche Hände gelangt sind und nun sieht der Koalitionsvertrag der CDU und FDP die Privatisierung vor.

CDU Fraktionsvize Hans Jörn Arp gesteht, es war ein Fehler die Spielbanken in öffentlich–rechtliche Hände zu geben. Noch nie sei es den Mittarbeitern der Spielbanken so schlecht gegangen, wie unter der Führung des Staates, auch die Einnahmen gehen immer weiter zurück. Finanzpolitische Sprecherin der FDP Fraktion, Katharina Loedige meint auch, dass der Staat kein besserer Glücksspieler ist. Ziel ist es nun die Situation der Beschäftigten zu verbessern, das Landeshaushaltsdefizit auszugleichen und natürlich die Spielbanken wieder zurück ins Leben zu holen.

In einer Privatisierung sieht auch der Geschäftsführer der Spielbanken Schleswig–Holstein GmbH, Matthias Hein, viele Chancen. Angesichts einer Konzessionsabgabe von 80 Prozent des Bruttospielertrags besteht unter staatlicher Aufsicht kaum Spielraum für notwendige Investitionen. "Die öffentlichen Haushalte sind klamm, ein privater Investor ist möglicherweise besser aufgestellt", spekuliert Hein. Der Norden steht in Bundesvergleich mit so einer hohen Abgabe an der Spitze. Lediglich 50 Prozent des Spielertrages fordert Mecklenburg–Vorpommern, Sachsen–Anhalt und Brandenburg sogar nur 25 Prozent. Das den Kasinos in Schleswig Holstein das Wasser bis zum Hals steht ist also kein Wunder.

"Der Betreiber muss einfach Luft zum Leben haben, um attraktiv zu bleiben. Wir würden gerne mehr für unsere Gäste tun, bewegen uns aber am Limit, kochen auf ganz kleiner Flamme", beschwert sich zurecht Knut Pauker, Spielbankleiter in Westerland auf Sylt. Selbst bei Konzessionsabgaben von 70 Prozent bleibt nichts für dringende Investitionen übrig. Für Pauker hängen die Chancen der Spielbanken nicht von der Trägergesellschaft sondern von den finanziellen Möglichkeiten ab.

Es wird mit einer vielzahl von potenziellen Käufern gerechnet. Hein hofft größere Casino Konzerne, große Poker Anbieter oder auch Privatunternehmer als Investoren anlocken zu können. Je nach dem wie die Konzessionsabgabe gesenkt wird kann man zwischen fünf und zwanzig Millionen mit dem Verkauf der Spielbanken erziehlen.

Vor Jahren hat die HSH Nordbank noch einen Verkaufspreis von sechzig Millionen Euro angegeben. Eine solche Summe ist nachder gnadenlosen Misswirtschaft des Landes jedoch utopisch. Als realistisch können nach Expertenmeinungen etwa sechs Millionen Euro angesehen werden. "Wir müssen die Konditionen derart verbessern, dass sich der Spielbetrieb für Private rechnet. Gleichzeitig dürfen dem Land die Einnahmen aus der Konzessionsabgabe nicht zu stark wegbrechen", meinte Arp.

Einer Privatisierung sieht auch die Gewerkschaft positiv entgegen. "Da können wir nicht Nein sagen", erklärte Horst Jaguttis, Betriebsratsvorsitzender im Casino Travemünde. "Nichts wäre schlechter als ein ‘Weiter so!’"