Das Info-Magazin im ZDF hat Anfang Oktober ein Propaganda-Video gegen Online-Poker veröffentlicht und vertritt damit offensichtlich die Inhalte des Glücksspielstaatsvertrages. Das Info-Magazin hat einen Bildungsauftrag und dieser scheint die Ablehnung von Glücksspielangeboten wie Online-Poker zu beinhalten.

In der WISO-Ausgabe, bei der über Online-Poker berichtet wird, geht es um die Suchtgefahr, die von dem Kartenspiel ausgeht. Die Berichte über Online-Poker entsprechen laut Poker-Fans und -Spielern oft nicht der Wahrheit. Die verantwortlichen bei ZDF WISO präsentieren die eigene Meinung zum Thema Online-Poker.

Diese beinhaltet die Annahme, dass Poker hochgradig süchtig mache. Weiterhin wird angegeben, dass die Spieler, die auf Online-Webseiten Poker spielen, sich mit dieser Tätigkeit hochgradig strafbar machen. Die Folgen des Online-Pokers seien fatal, denn den Spieler gehen soziale Kontakte durch die Sucht verloren und sie können alles verlieren. Mit dem Internet Angebot werden die Spieler laut WISO zur Sucht verleitet.

Poker-Profis und brancheninterne Personen geben an, dass es sich bei dem fünfminütigen Beitrag um eine schlecht recherchierte und veraltete Darstellung der Poker Branche handle. Zudem seien offensichtliche Wiedersprüche wiedergegeben worden. Bei dem Beitrag wird ein Protagonist begleitet, der durch das Pokerspielen 200.000 Euro Schulden durch Online Poker gemacht haben soll. Der Protagonist bleibt in dem Beitrag auf eigenen Wunsch hin anonym.

Die Angaben seien laut Pokerprofis widersprüchlich, da in dem Beitrag angegeben wird, dass der betroffene Spieler sich in den Spielcasinos selbst sperren ließ, jedoch gleichzeitig weiterhin Online-Poker spielte. Dies mache keinen Sinn, denn die Spieler würden doch logischerweise in solch einem Fall die Möglichkeit nutzen, den eigenen Online-Poker Account zu löschen oder sich Einzahlungslimits zu setzen. Weiterhin wird in dem WISO Beitrag angegeben, dass der Spieler kein Geld mehr hatte und die Bank ihm nichts mehr anzahlte. Klar wird dabei nicht, wie er dennoch weiterhin beim Online-Poker Geld verlieren konnte.

Der ZDF Beitrag zielt vor allem auf den Anbieter PokerStars ab. Auch Poker-Promis, wie Boris Becker und Stefan Raab werden in dem Beitrag stark kritisiert. Auch der Suchtexperte des Beitrags, der den Abschluss des Beitrags macht, widerspricht den aktuellen Studien zum Thema Online-Poker, denn er gibt an, dass von Online-Poker ein erhöhtes Suchtpotential ausgehe.

Aktuelle Studien jedoch beweisen das Gegenteil, doch diese Tatsache deutet darauf hin, dass der Beitrag ohne Belege zusammengestellt wurde, um einfach nur die eigene Meinung zu veranschaulichen, die jedoch laut Poker-Experten nicht auf Tatsachen beruhe.