Das Casino Bregenz jedoch verweigert diese Auszahlung, da es sich bei diesem Gewinn laut Meinung der Casinobetreiber um einen Softwarefehler handelte. Der Prozess wird nun fortgesetzt und vor dem Landgericht Feldkirch ausgetragen, vor dem der Spieler die Casinos Austria AG aufgrund der fehlenden Gewinnauszahlung anklagt.

Behar Merlaku besuchte an dem Tag des Gewinns zusammen mit seiner Frau das Casino Bregenz. Für den 27 jährigen Bodenleger und seine Frau war das Glück nicht zu fassen, als der Spielautomat die Gewinnsumme in Höhe von 43 Millionen Euro anzeigte. Doch schon vor Ort trübte ein Mitarbeiter des österreicher Casinos den Glücksrausch des Paares und erklärte, dass die Gewinnsumme nicht ausgezahlt werden könne, da es sich bei diesem Gewinn um einen Softwarefehler bei dem Spielautomaten handle.

Der Spieler Merlaku ruft in diesem Moment die Polizei und filmt während der gesamten Zeit die Vorgänge in dem Casino. Die Polizei befragte seiner Aussage nach ausschließlich die Mitarbeiter des Casinos, nicht jedoch ihn, obwohl er sich selbst als Opfer sieht. Die Videoaufnahmen zeigen auf, dass der Gewinn in dieser Form tatsächlich angezeigt wurde und dass sich im Anschluss daran einige der Casinomitarbeiter an dem Spielautomaten zu schaffen machten.

Thomas Kerle vertritt den glücklichen Gewinner vor Gericht als Anwalt. Er gibt an, dass das Video als ideales Beweismittel genutzt werden kann. Die Art und Weise des Casinos ist für den Anwalt nicht nachzuvollziehen. Das Casino gab öffentlich an, dass sogar am Automaten ausgeschrieben sei, dass die maximale Gewinnsumme eine Höhe von 4500 Euro betrage.

Der Anwalt selbst argumentiert dagegen und gibt an, dass hierzu keine Hinweise an dem Spielgerät zu finden seien. Die einzigen Angaben auf dem Spielautomaten seien in englischer Sprache vorzufinden, was laut des Anwalts nicht rechtens sei. Da in österreich die Amtssprache Deutsch vorherrsche, sei die Aufschrift an dem Spielautomaten unbrauchbar, so der Anwalt.

Bei dem Prozess soll das Casino Bregenz durch die Casinos Austria AG vertreten werden. Das Unternehmen gibt im Zuge des Prozesses kein öffentliches Statement zu dem Thema ab. Bei dem Prozess haben Anwalt und Spieler sich dazu entschieden, lediglich die Gewinnsumme in Höhe von 5 Millionen Euro einzuklagen. Die österreichischen Gesetze sehen vor, dass die Gerichtskosten per Vorauszahlungen getätigt werden müssen.

Im Falle einer Klage auf die Gewinnsumme in Höhe von 43 Millionen Euro, wäre dies eine Vorauszahlung in Höhe von einer halben Million Euro. Da sich der Spieler Merlaku nicht leisten kann, haben Anwalt und Kläger sich auf eine Klage auf die Gewinnsumme in Höhe von 5 Millionen Euro geeinigt. Bei diesem Streitwert muss der Kläger eine Vorauszahlung in Höhe von 63.000 Euro leisten.

Merlaku gab an, dass er bereit sei einem entsprechenden Angebot von Seiten der Casinos Austria stattzugeben. Diese ließen sich jedoch bisher maximal auf eine Entschädigungssumme in Höhe von 500.000 Euro ein. Diese Summe sei jedoch laut Anwalt viel zu niedrig. Das Einlenken des Unternehmens gibt dem Anwalt und dem Kläger jedoch das Gefühl, dass sie bei dem Prozess gute Aussichten haben könnten.

Vor dem Landgericht Feldkirch werden in den nächsten Tagen sowohl der Kläger, als auch seine Frau und die Mitarbeiter des Casinos zu dem Vorfall angehört. Auch wird ein Gutachter vor Gericht entscheiden, der eine Meinung dazu äußern soll, inwieweit Softwarefehler wie in dieser Art auftreten können.

Dadurch, dass jedoch seit dem Vorfall schon viel Zeit ins Land gegangen ist, ist nicht klar, ob der Gutachter hierüber ein Urteil abgeben kann. Der Spielautomat wurde vonseiten des Casinos Bregenz aus dem Casino entfernt und laut eigenen Angaben eingelagert.