Diese wurde rasch durch den Kongress gebracht, bevor man sich hier aufgrund der Wahlen vor sechs Jahren für eine bestimmte Zeit nicht mehr zusammenfinden wollte.

Dieser Entwurf nannte sich "Unlawful Internet Gambling Enforcement Act" (UIGEA) und hatte die Aufgabe, es den Unternehmen im Bereich des Glücksspiels zu verbieten, Zahlungen anzunehmen, die einen Bezug zu Wetten und anderen Formen des Glücksspiels haben, die im World Wide Web getätigt werden und die allen Gesetzen auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene zuwiderlaufen.

Wie diese These ausgelegt werden soll, steht auch nach fünf Jahren noch nicht fest. Ungeachtet dessen hatte dies zur Folge, dass einige hochrangige Manager Haftbefehle bekamen, es gab Festnahmen, Konfiszierungen einiger Millionen Dollar und auch eine milliardenschwere Branche in den USA hätte es fast nicht mehr gegeben.

Es flog alles auf, als im April 2011 die Betreiber der Seiten "PokerStars", "FullTilt Poker" und auch "Absolute Poker/Ultimate Bet" beschuldigt wurden, dies war das Finale einer Entwicklung, die schon fünf Jahre lief.

Der obengenannte Entwurf bestand eigentlich nur aus einer knappen Ergänzung in Bezug auf ein Gesetz zu den Sicherheitsvorgaben bei Handelshäfen in den USA. Der Bezug zu virtuellem Pokerspiel war nicht vorhanden, man wollte den Handel der Vereinigten Staaten vor dem Missbrauch durch Terroristen bewahren, die Gelder unerlaubterweise ins Land schleusen wollten.

Dieses Dokument mit dem Kürzel "H.R. 4411" hatte die Aufgabe, zu vermeiden, dass Geldinstitute in den Vereinigten Staaten mithilfe des World Wide Web Zahlungen im Bereich des Glücksspiels durchführten.

Dies stellte eine Ergänzung zum "Wire Act" Anfang der 60er Jahre dar, dieser untersagte Glücksspiele über das Telefon, nun waren auch Sportwetten, Casinospiele und Poker im Netz nicht erlaubt.

Lotterien mit sportlichen Veranstaltungen als Basis, was ungefähr dem Totospiel in der Bundesrepublik entspricht, waren nun nicht mehr erlaubt. Handel mit Devisen und Rohstoffen galten nicht mehr als "Glücksspiel" und auch Pferderennen stellten hier eine Ausnahme dar.

Das eigentliche Glücksspiel wird in diesem Entwurf nicht für verboten erklärt, verboten sind nur die damit zusammenhängenden virtuellen überweisungen. Es gab einige Bemühungen, dieses Gesetz aus den Angeln zu heben, einer der dies versuchte, war ein Angehöriger des Kongresses, doch es ist immer noch gültig.

Auch wenn es eine rund einjährige Interimszeit in Bezug auf die Etablierung des neuen Entwurfs gab, erlebte der Sektor der Sportwetten und des virtuellen Pokerspiel bereits kurz nach der Veröffentlichung des erstgenannten Gesetzes eine Instabilität.

Das Unternehmen "PartyPoker", welches zu diesem Zeitpunkt den Markt dominierte kehrte dem amerikanischen Markt aus freien Stücken den Rücken und ließ so vier Fünftel seiner Erträge sausen. Weitere kleinere Betreiber taten es ihm gleich und verschwanden von diesem Markt. Die sich daraus ergebende Lücke wurde durch die Betreiber "PokerStars" und "FullTilt Poker" ersetzt.

Man ging davon aus, ein gesetzliches Schlupfloch gefunden zu haben, das Poker vom normalen Poker abgrenzt und begann noch nie dagewesene Werbeaktionen und teilte den Markt unter sich auf. Mithilfe von zielgerichteter Werbung im TV und dem Aufbau eines Teams von professionellen Pokerspielern, mit den Größen im Poker, hatten die beiden Unternehmen die Möglichkeit, die ganze Spielergrundlage des Betreibers "PartyPoker" zu erwerben und zu erweitern. Binnen 12 Monaten wurden die beiden Betreiber zu den Motoren der Branche und daran änderte sich bis zum April des letzten Jahres nichts.

Der Betreiber "Absolute Poker/Ultimate Bet" konnten auf dem Markt der USA bleiben, hatten aber aufgrund des sogenannten "Superuser-Skandals" und anderen Problemen hinsichtlich der Marktanteile einen geringen Einfluss. Die beiden anderen Betreiber wähnten sich juristisch im Trockenen, dennoch änderte der erstgenannte Entwurf die Konditionen für die Transaktionen im Netz ab.

Die Möglichkeiten "PayPal", Kreditkarten und überweisungen durch die Bank waren nun nicht mehr offen, so setzte man Dritte als Anbieter für Zahlungen ein. Doch diese waren auch von dem Gesetz betroffen und so wurde das "Department of Justice" (DoJ) auf die beiden Betreiber aufmerksam.

Im Sommer des letzten Jahres nahm das Department die Inhaber des Zahlungsunternehmens "Neteller" fest und konfiszierte einige Millionen Dollar, welche scheinbar seitens der Spieler in den USA an Betreiber von virtuellem Pokerspiel gezahlt wurden. Dieser Prozess wurde auch deshalb öffentlich, da sich darunter auch das "Bankroll" eines bekannten Pokerspielers befand.

800.000 Dollar von seinem Gewinn, den er als Zweiter der Hauptveranstaltung der "PCA" einfuhr, waren nun nicht mehr greifbar. Doch dies war nur die Spitze des Eisbergs. Es erfolgte ein Vergleich außerhalb des Gerichts. Das Zahlungsunternehmen wollte die 136 Millionen Dollar nicht mehr haben und der Pokerspieler erhielt sein Geld wieder.

Die beiden Betreiber suchten aufgrund der steigenden Unsicherheit nach weiteren Alternativen für den Zahlungsverkehr im Netz und fanden so das Unternehmen "Instabill" aus Australien, welches überweisungen in Zusammenhang mit virtuellem Glücksspiel als Handelstransaktionen ausgab.

Der Leiter des Unternehmens sollte später eine wenig ruhmreiche Position in den Wirren des "Schwarzen Freitags" einnehmen. Einige Jahre später nahm man den Herrn in einer Spielstätte in Vegas fest, da er im Rahmen der finanziellen Transfers mehr als eine Million Dollar auf eigene Konten hatte fließen lassen.

Während seiner Zeit in U-Haft entschied er sich, ein Schutzprogramm für Zeugen zu nutzen und wurde zum wichtigsten Zeugen gegen die Pokerbetreiber. Der private Schriftverkehr stellt die Basis für die Mehrheit der Anklagen gegen die 11 Beklagten dar.