Die Betreiber von Casinos nennen das Rauchverbot als eine der wichtigen wenn nicht sogar die wichtigste Ursache dafür, dass die Besucher ausbleiben, ein großes Problem der Glücksspielbranche. Das Rauchverbot in Deutschland trat am 1.1.2008 in Kraft, damit tat es Bundesrepublik vielen anderen EU-Staaten gleich, die vorher schon passende Gesetze eingeführt hatten.

Es gibt zwar noch Ausnahmegenehmigungen, aber diese sind an strikte und bereits aus baulichen Ursachen schon schwierig einzuhaltende Anforderungen wie die Größe des Lokals und der räumlichen Abtrennungen gekoppelt. Diese müssen dann über Dienstwege auf umständliche Art eingeholt werden. Der Streit um dieses Verbot schaffte es bis vor das Verfassungsgericht und erst nach starken Einwänden aus dem Gastronomiebereich lockerten einzelne Bundesländer die Bedingungen.

Zu ihnen gehört auch Bayern, der vergangenes Jahr das strikte Rauchverbot lockerte. Ein Beispiel hierfür ist Garmisch-Partenkirchen, dessen Casinos merklich mehr Einnahmen verbuchen können, seit wenigstens am Automatenbereich das Rauchen wieder gestattet ist. Der Geschäftsführer des Casinos in Garmisch-Partenkirchen ist wenig erbaut von dem Rauchverbot, darunter leidet das Geschäft und es bringe die staatlich geführten Spielhallen um ihre Wettbewerbsfähigkeit. Denn dies sei ein Nachteil aus Wettbewerbssicht gegenüber den privat geführten Spielotheken.

Die Besucher die zum Spielen herkommen, wollen auch auf ihre Zigaretten nicht verzichten. Die laut dem Geschäftführer populäre Kombi aus Spielen und Rauchen könnte bald wieder verboten werden. In Bayern wurde die Debatte um das Für und Wider des Rauchverbots derart heftig geführt, dass es zu einem Volksbegehren kam. Die dafür notwendige Mehrheit von 10 Prozent ist deutlich überschritten, so kommt es mit Sicherheit zu einem Volksentscheid, dessen Ausgang nicht abzusehen ist. Nicht nur die Spielbank in Garmisch kann einen sicheren Zusammenhang zwischen sinkenden Besucherzahlen und dem Rauchverbot herstellen, doch es kann nicht bewiesen werden, dass ein solcher Zusammenhang wirklich so eindeutig hergestellt werden kann.

Die Umfragen seriöser Institute wie beispielsweise dem Infratest dimap halten dagegen. Sie stellen eine überraschend hohe Toleranz des Rauchverbot am Arbeitsplatz, in Gaststätten und im gesamten öffentlichen Bereich fest. Dies ist umso überraschender als das die Beschwerden in den Medien und die apokalyptischen Prophezeiungen aus manchen Bereichen den Schluss nahe legen, dass das Verbot in der breiten Masse nicht befürwortet würde. Wenn man genauer hinschaut, dann scheint es so, dass die Minderheit der Gegnerstimmen ihrer Forderung Nachdruck verleihen will.

Der Spielbankleiter und seine Kollegen sehen als Gegenargument die weit verbreitete Meinung, dass Rauchen innerhalb gewisser Freizeitunternehmung einfach verpflichtend ist und dann eher toleriert werden kann, als am Flughafen oder in der Gaststätte. In mehreren Fußballstadien existieren Nichtraucherzonen, aber ein allgemeines Rauchverbot ist nicht vorgesehen und in manchen Bundesländern existieren sogar Ausnahmegenehmigungen für Festzelte. Die Mehrzahl der Raucher findet das Rauchverbot in Restaurants zwar gut, aber in anderen Situationen bestehen sie auf ihre Zigaretten und einer der vielen Situationen sei das Spiel im Casino.

über die wirklichen Konsequenzen des Rauchverbot für die Spielbanken lässt sich lange diskutieren, doch kann man nicht umhin, eine gewisse Tendenz der Betreiber zur Verkürzung und Vereinfachung der Gründe für das derzeitige Elend zu sehen. In speziellen Internetforen beklagen sich ehemaliger Casinoliebhaber, darüber, dass die Anbieter nicht in der Lage seien, Kundenwünsche, wie eine bessere Strukturierung der Turniere, besseren Service oder ein ausgedehntes Pokerangebot zu berücksichtigen.

Die Ursachen sind oftmals, dass die bestehenden Kapazitäten und die gesetzlichen Regelungen den Betreiber einschränken oder auch Unlust, sich auf neue Entwicklungen einzulassen. Die einseitige Festlegung auf das Rauchverbot fördert höchstens einen Blick durch Scheuklappen. Dieser hilft aber nicht, die bestehenden Konflikte vernünftig zu lösen.