Unterschiedliche Gerichtsentscheidungen und Meinungen sorgen dafür, dass die Unsicherheit nur weiter anwächst, anstatt dass einmal Klarheit in diese Angelegenheit gebracht wird. Die aktuelle Rechtslage unterteilt das Online Glücksspiel in drei Bereiche: Online Poker, Sportwetten und Casinos. Trotz der vorherrschenden Unsicherheit in Bezug auf die gesetzlichen Regelungen, sind diese jeweils in Bezug auf die drei Bereiche in Deutschland klar definiert.

Nicht gestattet ist das Angebot von Online Glücksspiel in Deutschland ohne deutsche Lizenz. Dies wird durch den Glücksspielstaatsvertrag geregelt. Allerdings gibt es hierzu nicht näher definierte Ausnahmen, die möglich sind. In Schleswig-Holstein gibt es seit dem Jahr 2012 Lizenzen für einige Anbieter von Sportwetten, Echtgeld-Casinos und Pokerräumen. Nach dem EU-Recht ist die deutsche Regelung zur Monopolisierung des Glücksspiels auf staatliche Einrichtungen illegal.

In erster Linie gilt in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag, wonach das private Angebot von Online Glücksspiel nicht gestattet ist. Allerdings wird in diesem Gesetz von möglichen Ausnahmen gesprochen, die nicht genau definiert sind und zusätzlich gibt es noch den Sonderweg von Schleswig-Holstein, denn das nördliche Bundesland stimmte dem Glücksspielstaatsvertrag nicht zu. Im Zuge dieses Sonderwegs wurden bereits Online Glücksspiel Lizenzen vergeben, die bis zum Jahr 2018 Gültigkeit haben, obwohl durch den Regierungswechsel Schleswig-Holstein nachträglich dem Glücksspielstaatsvertrag beigetreten ist.

Wiederspruch EU-Recht und Glücksspielstaatsvertrag

In der Vergangenheit wurde immer wieder darüber diskutiert ob das EU-Recht mit dem Glücksspielstaatsvertrag vereinbar ist. Nach EU-Recht gilt die Niederlassungsfreiheit, durch die sich Unternehmen in einem EU-Land ihrer Wahl niederlassen und vor Ort ihr Angebot in allen Mitgliedsstaaten der europäischen Union offerieren können. Der Glücksspielstaatsvertrag wurde aufgrund eines Verfahrens bereits überarbeitet, doch Experten machen deutlich, dass immer noch Wiedersprüche zwischen EU-Recht und deutscher Rechtsprechung zu finden sind und davon ausgegangen werde, dass eine überarbeitung des Staatsvertrages erneut nötig werden wird.

In der Theorie ist das Online Echtgeldspiel in Deutschland verboten, in der Praxis ist jedoch von einer Grauzone die Rede. Online Glücksspiel ist demnach offiziell illegal und nicht nur für Anbieter sondern auch für Spieler in Deutschland strafbar. Rechtlich sicher sein können sich die Spieler bei der Nutzung der Angebote jedoch dann, wenn der Anbieter über eine gültige Lizenz in einem EU Land verfügt und die Nutzung des Angebots in Deutschland nach den AGBs nicht eindeutig verboten ist.