Glücksspiel ist ein zweischneidiges Schwert, sowohl in Bezug auf Glück und Pech, als auch in Bezug auf Zufall und Einflussnahme. Eigentlich soll beim Glücksspiel alles vom Zufall abhängen. So liegt es am Glück eines jeden Spielers, ob ein großer Gewinn abgeräumt werden kann oder eine Pechsträhne Einzug hält. In Bayern jedoch ist aktuell die Rede davon, dass die Regulierung über dem Zufall steht. Was das bedeutet? Die bayrische Regulierung entscheidet maßgeblich über Gewinn und Verlust innerhalb der Glücksspielbranche. Geht dies denn überhaupt mit rechten Dingen zu?

Glücksspielregulierung zum Verzweifeln

In Deutschland und so auch in Bayern gibt es ein staatlich reguliertes Glücksspielangebot. Hierunter fallen die staatlichen Spielbanken. Wer hier zocken will, der darf das, sofern entsprechende Regelungen erfüllt werden. Alle anderen Glücksspielangebote sind nahezu undurchsichtig. Ist Online Glücksspiel illegal? Sind im Ausland lizensierte Anbieter legal? Wo darf man spielen oder wo macht man sich strafbar? Viele diese Fragen sind nur halbgar beantwortet und dies führt auch zu dem aktuellen Problem in Bayern: die Regulierung ist undurchsichtig und weder Spieler, noch Anbieter, noch der Staat selber können daraus einen Vorteil ziehen.

Fakten zum Glücksspielangebot in Bayern:

  • staatliche Spielbanken sind reguliert
  • einige private Online Casinos verfügen über eine gültige Lizenz aus Schleswig-Holstein
  • einige Sportwettenportale dürfen durch die schleswig-holsteinische Lizenz legal anbieten
  • im Ausland lizensierte Anbieter befinden sich in der Grauzone
  • nicht lizensierte Anbieter präsentieren ihr Angebot illegal

Die Situation ist schwierig und während die bayrische Regierung durch die Angebote profitiert, leidet die gesamte Branche unter den uneinheitlichen Regelungen. Die Regulierung der heutigen Zeit, müsste sich an die Bedürfnisse der Spieler anpassen. So sind es heute nicht mehr staatliche Spielbanken und Lottoangebote, an denen die Spieler interessiert sind, sondern vielmehr Glücksspielangebote im Internet. Sogar die EU-Kommission fordert hier eine bundeseinheitliche Regelung, bisher ohne Erfolg. Die Ministerpräsidenten einigten sich im Zuge des zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrags auf eine minimale Veränderung des bestehenden Gesetzes. So sollen das Staatsmonopol weiterhin erhalten und das Online Glücksspiel weiterhin verboten bleiben.

Landbasiertes Glücksspiel erlebt eine Pechsträhne

Die uneinheitliche Regulierung und die Unsicherheit bei den Kunden sorgen nicht nur für ein großes Durcheinander innerhalb des bayrischen Glücksspielmarkts, auch bietet dieses den illegalen Anbietern Möglichkeiten, den Kundenwünschen zu entsprechen. Wer leidet unter diese Situation? Die staatlichen Spielbanken. Die Spieler wollen flexibel und anonym spielen können und auch wenn dies verboten ist, so ist es im Internet möglich. An den landbasierten Spieltischen und Spielautomaten sind immer weniger Zocker zu finden und auch die Staatskassen leiden darunter. Die Glücksspielregulierung in Bayern und auch in ganz Deutschland sollte endlich den richtigen Weg einschlagen, so dass Spieler und Jugendliche geschützt werden und Anbieter und Staat von dem umfangreichen Glücksspielangebot profitieren können.