Gerade in Las Vegas, wo viele Menschen davon ausgehen, dass es sich bei der Zockermetropole um die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten handelt, hat sich ein Fall zugetragen, der für Außenstehende kaum nachzuvollziehen sein mag. Die Katholikin Grecia Echevarria-Hernandez freute sich sehr, als sie in Las Vegas eine Jobzusage von Trinkwasserabfüller "Real Alkalized Water" bekam. Hier ahnte sie noch nicht, dass sie den Job nicht lange behalten wird und dass der Grund für ihre Entlassung ihr eigener, katholischer Glaube sein würde.

Echevarria-Hernandez nahm den Job bei dem Trinkwasserabfüller "Real Alkalized Water" dankend an und sollte in dem Unternehmen als "Markenbotschafterin" tätig sein. Auf den ersten Blick kein Job, bei dem der eigene Glauben eine Rolle spielen sollte. Allerdings wurde die Einsteigerin dazu aufgefordert, bei und für die Arbeit an Seminaren der hoch umstrittenen Scientology-Kirche teilzunehmen und entsprechende Werbevideos der Sekte zu schauen. Von den anderen Mitarbeitern wurde sie ausgegrenzt, als sie deutlich machte, dass sie einen anderen Glauben habe und die Videos nicht schauen wollte. Als Echevarria-Hernandez sich vor ihrem Arbeitgeber deutlich weigerte weiterhin Videos dieser Art zu schauen, wurde sie gekündigt. Der Arbeitgeber begründete die Kündigung mit fehlender Leistung, die ehemalige Angestellte ist jedoch überzeugt, dass sie aufgrund des anderen Glaubens von dem Unternehmen entlassen wurde.

Klage wegen Diskriminierung und unerlaubter Entlassung

Echevarria-Hernandez ließ sich jedoch von dem Unternehmen nicht einschüchtern und zog nur vor Gericht. Hier klagt die ehemalige Angestellte wegen Diskriminierung und unerlaubter Entlassung auf Schadensersatz. In der Klage wird deutlich, dass die Klägerin überzeugt davon ist, nicht aufgrund schlechter Leistung entlassen worden zu sein, sondern aufgrund ihrer kritischen Haltung gegenüber Scientology.

Der Geschäftsführer Brent Jones (republikanischer Abgeordneter) aus dem US-Bundesstaat Nevada und sein Sohn Blain Jones äußerten sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Generell haben die Unternehmensbosse jedoch bisher kein Geheimnis draus gemacht, in Verbindung mit der Scientology Sekte zu stehen. Das Verfahren soll bald gestartet werden und es bleibt spannend, ob die entlassene Mitarbeiterin Erfolg mit ihrer Klage haben wird und wie die Scientology Anhänger auf die Vorwürfe reagieren werden.