Rom ist nicht Las Vegas, dies betont Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi in den letzten Tagen häufiger, vor allem dann wenn es um die neue Kampagne gegen Glücksspiele geht. Der Plan ist es offensichtlich, dass Slotmaschinen und Videopoker aus Bars, Trafiken und Einkaufszentren im Stadtzentrum verschwinden sollen. Zudem sollen Glücksspielhallen in Zukunft stärker kontrolliert werden.

Schluss mit dem Las Vegas Stil in Rom:

  • Neuregelung für Glücksspielhallen in Rom
  • Ziel ist der Schutz der Bürger, vor allem der Schutz von Minderjährigen
  • Mindestabstand der Spielautomaten von 500 Metern zu Schulen, Sportzentren und Kirchen
  • neue Schließzeiten für Spielautomaten und Videolotterien: sonntags und von 10 bis 14 Uhr und von 18 bis 22 Uhr
  • angedrohter Lizenzentzug bei Zuwiderhandlung

Die Strenge bei Glücksspielgeräten ist nicht neu. In vielen anderen Städten Europas, so auch in Deutschland, gibt es bereits entsprechende Regulierungen in Form von Spielhallengesetzen. Allein die Gesetzgebung in Deutschlands Hauptstadt Berlin gilt diesbezüglich als eine der strengsten. Der Spielerschutz ist das wichtigste, wenn es um das Angebot von Glücksspielen geht. In der Vergangenheit sind entsprechende Etablissements mit verlockenden Glücksspielgeräten in Europa wie Pilze aus dem Boden geschossen. Nun geht es auch in Rom darum, die Möglichkeiten zu beschränken, um auf diesem Weg die Spieler allgemein, vor allem aber auch die Kinder und Jugendlichen zu schützen.

Spielsucht: Kosten versus Nutzen

Das Glücksspiel ist für viele Spieler verlockend, denn es locken große Gewinne. Auch der Staat profitiert von einem umfassenden Glücksspielangebot. In Italien liegen die jährlichen Einnahmen bei einer Summe in Höhe von rund 8,8 Mrd. Euro. Diese Summe ist natürlich ein Gewinn für den italienischen Staat. Trotzdem soll mit der neuen Kampagne gegen Glücksspiel das Angebot eingedämmt werden.

Wieso? Die Kosten für die Behandlung von Spielsucht und problematisches Spielverhalten sind sehr hoch, dies steht im Gegensatz zu den generierten Einnahmen durch Glücksspiel in Italien. Gerade Spielautomaten haben einen hohen Spielsuchtfaktor, da mit wenig Einsatz immer wieder kleine Gewinne generiert werden können. Durch die Eindämmung des Angebots erhofft man sich, die Spielsucht und damit die sozialen Kosten zu senken und gleichzeitig die noch übrig bleibenden Glücksspieleinnahmen des Staates tatsächlich sinnvoll einsetzen zu können.