Der Mathematiker Albert R. Hibbs und sein Unikollege Roy Walford nahmen sich im Jahr 1949 eine Auszeit in der Uni und traten eine gemeinsame Reise nach Nevada an. Ziel der beiden war es während ihres Aufenthalts die Neigung des Rouletterads in den Casinos von Reno zu untersuchen. Mit der Untersuchung der Neigung des Rouletterads wollten die beiden Mathematiker ein System entwickeln, mit dem sie im Casino große Gewinne abstauben wollten. Man erzählt sich, dass die beiden es schafften, Gewinnsummen in Höhe von über 42.000 Euro aus den Casinos zu tragen.

Die Vermutung, dass ein Rouletterad nicht immer gerade ist, sondern eine gewisse Neigung aufweist, ist nicht neu. Manche Roulettekessel sind nicht wirklich ausgeglichen, wodurch manche Bereiche öfter gewinnen, als andere. Wenn ein solches Rouletterad von Personen also eine Zeit lang genau beobachtet wird, dann wird deutlich, dass einige Zahlen häufiger gewinnen als andere. Basierend auf dieser Grundlage ist es mathematischen Experten möglich, auf entsprechende Zahlen zu wetten und damit mehr Gewinne einzustreichen. Vorab müssen das System und die Neigung des Rouletterads natürlich erst einmal analysiert werden.

Der britische Ingenieur Joe Jagger erreichte zum Ende des 1800 Jahrhunderts den Titel des Mannes, der die Monte Carlo Bank besiegte. Auch der Spieler Charles Wells erreichte mit dem gleichen Titel einen hohen Bekanntheitsgrad. Beide Spieler orientierten sich bei dem Spiel in Monte Carlo an einem Rouletterad mit besonderer Neigung, die den Spielern zu den entsprechenden Gewinnen verhelfen sollte.

Besonders erfolgreich mit diesem Prinzip waren auch Carol Jarecki und ihr Ehemann, die ein solches Rouletterad studierten und in den 70er Jahren in Monte Carlo und San Remo einige erfolgreiche Roulettespiele für sich entschieden. Diese Möglichkeit kann noch heute in manchen Casinos genutzt werden, vor allem in denen, wo die Rouletteräder nicht oft genug kontrolliert werden und aus diesem Grund nach einer bestimmten Zeit eine gewisse Neigung aufweisen.

Doch auch die Casinos haben sich im Laufe der Jahre Methoden einfallen lassen, mit denen die Ausnutzung der Neigung eines Rouletterads von Seiten der Spieler nicht mehr so einfach möglich ist. Ein Computersystem überprüft hierbei jede Drehung des Roulettekessels an einem Spieltisch. Die Ergebnisse werden ausgewertet und hierdurch kann eine Neigung festgestellt werden. Ist dies der Fall wird das entsprechende Rouletterad gewartet und korrigiert, sodass die Spieler dieses System nicht langfristig ausnutzen können.

Diese Möglichkeit wird häufig in den großen Casinos genutzt. Doch auch in kleinen Casinos werden die Roulettetische eingehend beobachtet. Gibt es hier bestimmte Spieler, die am Tisch zu viele Gewinne einstreichen, dann wird das Spiel für entsprechende Spieler beendet, egal ob das Rouletterad eine Neigung aufweist oder nicht.