Das bekannte Unternehmen William Hill PLC hat nun bekannt gegeben, dass es das eigene Sportwettenangebot aufgrund der gesetzlichen Änderung vom Deutschen Markt zurückziehen wird.

Der einzige Anbieter, der sich somit auf die Regelungen der deutschen Regierung einlassen wird, scheint derzeit das Unternehmen bwin.party zu sein. William Hill PLC gibt an, dass das Casinoangebot und die Pokerprodukte vorerst weiterhin auf dem deutschen Markt zur Verfügung stehen werden, da man sich hiermit laut eigenen Angaben noch in einer gesetzlichen Grauzone befinde.

Auf den Glücksspieländerungsstaatsvertrag konnten sich bislang nur 15 Ministerpräsidenten der insgesamt 16 Bundesländer Deutschlands einigen. Die Ausnahme wird durch das Bundesland Schleswig-Holstein gebildet, da das nordische Land ein eigenes Glücksspielgesetz im letzten Jahr verabschiedete. Der Glücksspielstaatsvertrag beinhaltet einige Regelungen, die von der EU-Kommission scharf kritisiert wurden und teilweise verstoßen die Regelungen außerdem gegen das geltende EU-Recht.

Hierzu zählt zum Beispiel die Besteuerung. Es ist vorgesehen, dass 5 Prozent Steuern auf die Sportwetten erhoben werden. Im Vorfeld kündigte die EU-Kommission bereits an, dass rechtliche Schritte eingeleitet werden würden, sollte eines der Länder nicht mit dem EU-Recht konform gehen.

Schleswig-Holstein stieß mit dem Alleingang auf viel Kritik, aber auch Befürworter erhoben ihre Stimmen. So stimmte zum Beispiel die EU-Kommission dem liberalen Glücksspielgesetz aus Kiel in allen Punkten zu. Derzeit steht das Glücksspielgesetz dennoch auf der Kippe, da in dem nordischen Bundesland eine neue Regierung Einzug gehalten hat, die das eigene Vorhaben umsetzen und das Glücksspielgesetz zurückziehen will. Gleichzeitig plant diese neue Regierung außerdem sich dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag der anderen 15 Bundesländer anzuschließen.

Während die Gesetzeslage in Deutschland offensichtlich durchaus verwirrend ist und für viele Diskussionen sorgt, plant William Hill derzeit sich weiterhin vorrangig auf den amerikanischen Glücksspielmarkt zu konzentrieren. Auch vom australischen Glücksspielmarkt zog das Unternehmen sich bereits zurück. Offensichtlich verfolgt das Unternehmen das Ziel, in Zukunft lediglich auf regulierten Märkten aktiv zu werden, um so außerdem dem US-Markt zu entsprechen und die Angebote vor Ort anzutreiben.