Dieser Fall lässt Spielsüchtige hoffen, dass eine Möglichkeit besteht, das eigens verzockte Geld gerichtlich zurückzuverlangen.

Grund für diese Entscheidung ist die Tatsache, dass das Glücksspiel in den meisten Teilen Tirols verboten ist. Ausnahmen hierfür bestehen lediglich in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten, wo das kleine Glücksspiel offiziell gestattet wurde.

Bisher existierte zwar das Verbot, jedoch wurde gegen die Aufstellung von Spielautomaten in Gaststätten und Tankstellen nicht vorgegangen. Es ist allseits bekannt, dass auch außerhalb der Glücksspielzonen Automaten aufgestellt sind, an denen rund um die Uhr gezockt werden kann, doch bisher ist keiner so richtig dagegen vorgegangen. Nun jedoch sorgte ein Fall für Aufsehen, bei dem es um eine Schadensersatzforderung eines Spielsüchtigen ging.

Dieser ist etwa 30 km von Tirol entfernt an einer Tankstelle auf einen Spielautomaten aufmerksam geworden, der eine magische Anziehungskraft auf den Mann ausübte. Dieser ließ sich gegenüber seiner Frau immer mehr Ausreden einfallen, um in die 30 km entfernte Ortschaft zu fahren und an diesem einen, nicht legalen Automaten sein ganzes Geld zu verzocken. Ein überschlag ergab, dass etwa 13.900 Euro von dem Mann an diesem Automaten verspielt wurden. Das regelmäßige Spiel des Süchtigen wurde gestoppt, als Beamte den Spielautomaten aufgrund der illegalen Aufstellung vor Ort beschlagnahmten.

Der Spielsüchtige zog nun vor Gericht, wozu sein Anwalt ihm riet, und forderte hier sein verspieltes Vermögen zurück. Erstmalig ging ein Gericht auf eine solche Forderung ein und verklagt den Aufsteller auf Schadensersatz. Der Betreiber wehrte sich vor der Verhandlung noch und hielt die Forderung für nicht gerechtfertigt. Grund für das Urteil sei es gewesen, dass der Tankstellenbertreiber seine Sorgfaltspflicht gegenüber den Kunden verletzt habe und daher eine Teilschuld an dem Verlust des Spielsüchtigen trage.

Der Tankstellenbetreiber zahlte letztlich eine Summe in Höhe von 5000 Euro als Schadenersatz an den Spielsüchtigen. Für andere Spielsüchtige könnte diese Gerichtsentscheidung bahnbrechend sein und auch der Anwalt unterstrich nach der Verhandlung, dass eine genaue Dokumentation der Verluste sinnvoll für eine Gerichtsverhandlung sein kann, bei der eben diese zurückgefordert werden sollen.