Das Bundesland Schleswig-Holstein, das in Bezug auf sein Glücksspielgesetz für einiges Aufsehen gesorgt hat, hat sein Gesetz mit nur einer Stimme Mehrheit abgesegnet und hat gegenüber seinen 15 Kollegen einen großen Vorsprung.

Schon im April dieses Jahres munkelte man, dass ein Einzelkampf des Nordlichts im Bereich des Glücksspiels wahrscheinlich ist, denn das nördlichste Bundesland war mit der Gesetzesvorlage der restlichen 15 gar nicht einverstanden.

Die Landesregierung erarbeitete als Konsequenz ein individuelles Gesetz, das von der Europäischen Kommission im Mai grünes Licht bekam und vor Kurzem im Parlament abgesegnet wurde.

Dieser Vorgang fand ungeachtet der oppositionellen Stimmen statt, die Angst hatten, es könnte eine Art Las Vegas im Land zustande kommen. Die Gegner hatten immer noch die Hoffnung, dass sich die Regierung in der Landeshauptstadt für einen Kompromiss mit den anderen Bundesländern entscheiden würde.

Es hatte zwar vor Kurzem den Anschein, als ob man eine Alternative zum Alleingang in Erwägung ziehen würde, doch mit der Absegnung des Gesetzes hat man dann doch nicht lange gefackelt. Dieses Gesetz beinhaltet, dass Sportwetten, Poker und Casinospiele erlaubt sein sollen, davon ausgenommen sind Bakkarat, Roulette und Black Jack.

Es soll zu Beginn des kommenden Jahres in Kraft treten und die Anzahl der Konzessionen, die ab dem 1.3.2012 zum Zuge kommen sollen, hat keine Obergrenze. Auf jedes Angebot erhebt man eine Bruttogewinnsteuer von einem Fünftel. Betreiber von Glücksspiel beurteilen diesen Vorgang als gutes Zeichen.

Zu den Interessenten für eine Konzession gehören auch "Betfair" und "JAXX", welches in Kiel ansässig ist. Die Betreiber begrüßen dieses Gesetz zwar, doch sie wünschen sich, dass die übrigen 15 Bundesländer sich dem anschließen werden.

Man erhofft sich eine größere Liberalisierung des Glücksspielsektors, als sie momentan vorgesehen ist. Ein Entschluss muss bald gefällt werden, denn der aktuelle Glücksspielvertrag ist zu Beginn des folgenden Jahres nicht mehr gültig.

Wie es in dieser Sache weitergeht, ist noch unklar.