Erst vor Kurzem gab es ein großes Zusammentreffen, hier fanden sich etwa 200 Repräsentanten aus der Sportwettenbranche von Europa zusammen. Hier holte man Informationen zum neuen Glücksspielvertrag des Bundeslandes ein.

Hier traf man auch Rechtsexperten und einen Referenten vom Innenministerium, der die Beteiligten genau über die technischen Vorgänge, die Voraussetzungen für die einzelnen Betreiber von Wetten, den Schutz der Daten, die zu zahlenden Steuern und die Reklame im Detail in Kenntnis setzte.

Ein Repräsentant eines Glücksspielbetreibers aus Schweden sagte, dass der Norden Deutschlands das einzige Land in der Bundesrepublik ist, das begriffen hat, dass es wenig effektiv ist, Untersagungen zu machen. Es ist viel sinnvoller, den Markt für Glücksspiele zu liberalisieren, zu überwachen und mit Steuern zu belegen.

Ein anderer Interessent erklärt, dass es hier wie im El Dorado zugeht, da jeder von diesem Gesetz, welches in Deutschland seinesgleichen sucht, profitieren möchte. Im Kieler Ministerium erhielt man bereits 80 Anträge für Zulassungen, doch einen formellen Antrag kann man noch nicht einreichen. Die ersten Konzessionen will man im März geben, dann kann man das Geschäft anfangen.

Doch nun hat das neue Gesetz seine Gültigkeit erlangt und Betreiber aus dem Privatbereich haben rechtmäßig die Möglichkeit, virtuelles Pokersspiel, Spiele für Casino und Sportwetten bereitzustellen, dies ist in den restlichen 15 Ländern nur mit Einschränkungen zu bewerkstelligen, hier soll Online-Poker nach wie vor vor der Tür bleiben.

Die Reaktionen fallen immer noch sehr unterschiedlich aus, doch die Befürworter dieses Gesetzes sind der Ansicht, dass die große Resonanz und das Interesse ihnen recht geben. Der Landtagsabgeordnete der CDU, Herr Arp, geht davon aus, dass viele neue Arbeitsplätze entstehen werden und die Regierungskoalition steht den reizvollen steuerlichen Erträgen positiv gegenüber, diese sollen sich auf etwa 60 Millionen Euro belaufen.

Die Kritiker haben aber Angst, dass infolge der Liberalisierung dieses Vergnügens auch die Spielsucht in die Höhe gehen wird, da stellt sich die Frage, ob diese Schwierigkeit auch zuvor sinnvoll zu regeln war.