Ihnen zufolge soll sich der jährliche Gewinn dieses Sektors in drei Jahren schon auf etwa 200 Milliarden Euro belaufen. In der Bundesrepublik ist virtuelles Glücksspiel aber untersagt, doch dies hat keinen festen Boden, denn der EuGH in Luxemburg hat die Monopole des Staates auf Sportwetten kritisiert.

Deshalb planen die 15 Länder, welche den Glücksspielvertrag bejahen, 20 Zulassungen im Bereich der Sportwetten zuzuteilen. Hierbei stehen auch den Wetten im Internet nichts im Wege, hierbei sind Poker und Roulette aber nicht erlaubt. Das Nordlicht Schleswig-Holstein wählt hier einen besonderen Weg und erarbeitete ein individuelles Gesetz, welches bei einem Event in Norderstedt viele Interessenten fand.

Im Rahmen eines Kongresses im Raum Segeberg fanden sich im Januar 2012 etwa 200 europaweite Repräsentanten im Bereich der Wetten zusammen, um Informationen zu den neuen Optionen auf dem Markt im Norden zu bekommen. Der Managing Direktor des Unternehmens "Jaxx AG", bezeichnete dies als Aufwind aus Norddeutschland, bei dem man klare Gedanken fassen kann.

Er benannte damit ein Gefühl des Sektors, der davon überzeugt ist, dass das Gesetz aus dem Norden das Monopolmodell der anderen Bundesländer, welche sich noch stur stellen, unterlaufen kann. Die Regierung in Schleswig-Holstein, die von CDU und FDP angeführt wird, legt ihren Schwerpunkt auf das finanzielle Wohlergehen des Nordlichts. Man rechnet mit Jahreserträgen von den Betreibern von 200 Millionen Euro, wovon die Landeskasse etwa ein Fünftel erhalten soll.

Zwei Professoren, die am Forschungsinstitut im Bereich Glücksspiel und Wetten in der Nähe von Bonn arbeiten, bejahen, dass der virtuelle Markt momentan ein Zehntel des kompletten Marktes im Bereich der Glücks- und Geschicklichkeitsspiele stellt. Die Bundesbürger lassen für den Online Poker nach ihren Wertungen rund 340 Millionen jährlich da, somit hat dieser Bereich die virtuellen Sportwetten, für die nur 290 Millionen im Jahr ausgegeben werden, hinter sich gelassen.

Die steigende Popularität des virtuellen Glücksspiels beschert dem Sektor auch neue Aufgaben technischer Natur. Die Betreiber spüren hier einen sehr rentablen Markt, aber gegen betrügerische und falsche Nutzer haben die Branche und Kontrollbehörden, was die Technik angeht, noch Einiges zu tun. Es bedarf besonders neuer Portale für Software in den Bereichen Poker, Roulette und anderen Spielen.

In jedem Fall ist es notwendig, dass die Casinoprogramme aufpoliert werden, aus diesem Grund stecken die schon vorhandenen Betreiber, zu denen auch "PokerStars" gehört, eine Menge Geld in die Verbesserung ihrer Programme. Der sogenannte "Safe Server" bringt beispielsweise höhere Sicherheit. Seine Funktionen wurden auf dem Treffen in Norderstedt präsentiert. Dabei handelt sich um eine Art von Fahrtenschreiber für Betreiber und sammelt Informationen für drei Jahren.

Der Senior Associate von "HambachundHambach", das in München ansässig ist, sagte, dass dieses Gerät im Norden das Kernstück der Glücksspielkontrolle ist. Das Gerät verfügt über den Vorzug, dass Informationen keiner Manipulation zum Opfer fallen können und auch der Datenschutz ist hiermit abgedeckt, denn nur das Innenministerium im Norden, das die Aufsichtsbehörde ist, hat Zugang zu diesen Daten.

Der Mitgründer des obengenannten Unternehmens, ein Anwalt, findet es besonders wichtig, dass die Lust zum Spielen richtig gelenkt wird. Er sagt, dass lediglich ein juristischer Rahmen auch Sicherheit und Klarheit in juristischer Form bietet. In der Bundesrepublik erfüllt bislang nur das nordische Gesetz diese Anforderung, das Fachgebiet des Anwalts liegt in Glücksspiel- und Wettrecht.

Auch die technischen Aufgaben, welche dieses Modell mit sich bringt, findet er machbar. Namhafte Betreiber, wie das Unternehmen "Wirecard AG", haben schon technische Abläufe im Zuge der Zahlungsmöglichkeiten hinsichtlich der Altersüberprüfung sowie Vorbeugung von Sucht und Betrug realisiert.

Die Forscher des obengenannten Instituts bejahen diese Perspektive. Einer der Professoren sagte, dass kriminelle Nebenwirkungen des virtuellen Marktes für Glücksspiel nur dann wirksam verhindert werden kann, wenn dieser Markt seitens des Staates kontrolliert wird und der Kriminalisierung dadurch nicht mehr zugänglich ist.

Betrugshandlungen und Ausspionierungen finden auf dem Schwarzmarkt des virtuellen Glücksspiels risikofreier statt, als es in einem Markt passiert, der der Kontrolle des Staates unterliegt, bei dem auch eine gegenseitige Kontrolle der Marktteilnehmer erfolgt.

So loben die beiden Fachleute das Gesetz aus dem Norden und verlangen von den Bundesländern, Poker und andere Spiele im Netz zu erlauben und sie so der Kriminalität zu entziehen. Es wird immer deutlicher, dass die SPD mit ihrer Untersagungspolitik, die gerade im Hinblick auf die Netzpolitik der Realität zuwiderläuft, keine Chance hat.

Im Vergleich zu den Ideen von CDU und FDP im Norden sieht die SPD alt aus.