Im Zusammenhang mit dem Suchtkonzept 2016 wurden in Sigmaringen außerdem die Erfolge der letzten Jahre besprochen. Hier ist zu bemerken, dass die Arbeit im kommunalen Netzwerk für Suchthilfe und -prävention sehr gut bewertet wurde. Dennoch gibt es in vielen Bereichen noch Defizite und Felder, die in Zukunft besser abgedeckt werden könnten und sollten.

Die Angebote der Glücksspielprävention richten sich im Landkreis vor allem an ältere Jugendliche und jugendliche Erwachsene. Fachkräfte sind vor Ort im Einsatz, die auf die Beratung und Behandlung von Spielsüchtigen spezialisiert sind. Das Problem vor Ort ist, dass die Kapazitäten die Berater offensichtlich nicht ausreichen. So musste ab November für Ratsuchende ein Aufnahmestopp verhängt werden. Es wurde diskutiert, eine weitere kostenfreie Suchtberatungsstelle einzurichten, jedoch lasse sich dies wegen der vertraglichen Prüfung mit dem Trägerverein nicht so kurzfristig realisieren.

Mehr Konsequenz für weniger Suchthilfe

Von den Suchtberatungsstellen selber kommt vielerorts ein Hilfeschrei, denn die Kapazitäten reichen in vielen Regionen nicht aus. Experten sind überzeugt davon, dass dieses Problem ganz anders gelöst werden könnte, nämlich mit mehr Konsequenz in Bezug auf die Gesetzgebung und vor allem in Bezug auf Verbote und Kontrollen. Würde das Glücksspiel ausreichend reguliert werden, würden Verbote entsprechend durchgesetzt werden und würden Kontrollen mit entsprechenden Strafen konsequent umgesetzt werden, so wären die Beratungsstellen laut Experten nicht so überlaufen und es könnte bessere und effektivere Hilfe für die betroffenen Spieler angeboten werden.