Insgesamt 20 private Anbieter sollten Lizensiert werden. Das Zulassungsverfahren machte jedoch Probleme und daher befinden sich die Sportwettenanbieter in Deutschland auch heute noch in einer rechtlichen Grauzone. Doch nun gibt es Druck von ganz oben.

Die EU-Kommission hatte sich bereits in der Vergangenheit für eine Liberalisierung des deutschen Sportwettenmarkts ausgesprochen. Nun droht die Kommission mit einem Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland. Dies soll bereits im Juni dieses Jahres eingeleitet werden. Allerdings besteht noch die Möglichkeit, dass das nicht passiert, wenn von Seiten des Staates eine schnelle und zufriedenstellende Entscheidung getroffen wird.

Während Hessen auf eine komplette Neuregelung plädiert, wollen die anderen Bundesländer nur kleine Feinheiten des bereits bestehenden Vertrags ändern. So kommt es dazu, dass nun die Rede davon ist, dass bereits im Juni 40 private Sportwettenanbieter lizensiert und somit aus der Grauzone entlassen werden sollen.

Lang ersehnter Schritt in Richtung Liberalisierung

Die Lizensierung von 40 privaten Anbietern im Bereich Sportwetten würde bedeuten, dass der erste Schritt in Sachen Liberalisierung des deutschen Sportwettenmarkts endlich unternommen würde. Darüber hinaus könnte es bedeuten, dass sich die EU-Kommission gegen die Einleitung des Vertragsverletzungsverfahrens entscheidet. Aktuell passiert im Bereich der Sportwetten viel auf einmal und sorgt weiterhin für Diskussionen.

Grundsätzlich hätte der Zeitpunkt für diese Entscheidungen gar nicht besser fallen können, denn im Juni fällt zusätzlich auch noch der Startschuss für die Fußball-Europameisterschaft. Hierbei ist damit zu rechnen, dass die Umsätze der Sportwettenanbieter generell rasant steigen werden. Umso besser wäre es also für die privaten Anbieter, wenn sie in Deutschland ihr Angebot legal präsentieren könnten. In diesem Fall würde dann auch der Staat direkt von der Liberalisierung profitieren.