Spielsperren gelten in der Glücksspielbranche, vor allem im Zusammenhang mit den traditionellen Casinos, als gern genutztes Mittel, um Spielsüchtige vor der Sucht zu schützen. Auch in der Schweiz werden Spielsperren eingesetzt, um krankhafte Spieler zu beschützen. Spielsperren können vom Casino ausgesprochen werden, aber auch die Spieler selbst haben die Möglichkeit, sich sperren zu lassen. Die Frage die man sich in der Schweiz vermehrt stellt ist: sind diese Spielsperren wirklich effektiv?

Untersuchung der Spielsperre:

  • 46.468 Spieler in der Schweiz sind aktuell für Casinos gesperrt
  • durch die Spielsperre dürfen diese Spieler kein Casino betreten
  • Maßnahme der Spielsperre ist seit 17 Jahren im Gesetz verankert
  • nun erfolgte die erste Überprüfung dieser Methode durch die Hochschule Luzern
  • analysiert wurden Hunderte Gespräche mit Glücksspielsüchtigen, die ihre Sperre aufheben lassen wollen
  • 88 Prozent der gesperrten Spieler gaben an, dass sie trotz Sperre weiterspielen
  • Methoden zum Umgehen der Spielsperre: Zocken im Ausland, Nutzung von Online Angeboten, Nutzung von illegalen Angeboten oder Fälschung des eigenen Ausweises

Die Ergebnisse sind erschreckend, denn offensichtlich ist die Spielsperre als einzige Maßnahme gegen die Spielsucht nicht effektiv. Experten meinen jedoch, dass die Spielsperre durchaus ein sinnvolles Mittel sein könnte, wenn diese durch weitere Maßnahmen zum Spielerschutz verstärkt werden würde.

Unterstützende Maßnahmen zur Spielsperre:

  • Spielsperre auch für Onlineangebote
  • Spielsuchtabgabe, die durch Casinos gezahlt wird
  • zusätzliche therapeutische Behandlung
  • Ausweitung der Spielsperre zusätzlich auf das Ausland

 Die Spielsuchtbekämpfung ist oftmals ein leidiges Thema, vor allem weil durch die Spieler viel Geld in die Staatskassen fließt. Dennoch sollte der Spielerschutz oberste Priorität haben. Da der Spielerschutz auch in anderen Ländern nicht einfach umzusetzen ist, wäre die Ausweitung der Spielersperre ins Ausland eine Maßnahme, an der auch andere Länder interessiert sein könnten. Daher liegt diese Idee bereits der Eidgenössischen Spielbankenkommission vor. Weitere Maßnahmen wie eine gleichzeitige therapeutische Behandlung und die Möglichkeit, auch für das Online Glücksspiel Spielsperren zu verhängen, sind in jedem Fall Ideen die in Zukunft priorisiert diskutiert werden sollten.