Somit wird vor Ort der Online-Glücksspielmarkt nach langem Warten endlich geöffnet. Besonders positiv ist diese Veränderung in Spanien für die privaten Glücksspielanbieter, denn deren Vorbereitungen sind schon lange abgeschlossen, sodass nun nur noch die Lizenzen vergeben werden müssen, damit die Anbieter endlich Vollgas geben können.

Auch für die deutschen Glücksspielfans ist dies eine positive Neuigkeit, denn diese können in Zukunft im Urlaub in Spanien völlig legal dem Online-Glücksspiel nachgehen.

Eigentlich hieß es, dass in Spanien bereits die ersten Lizenzen zu Beginn des Jahres vergeben werden sollen.

Allerdings konnten bis zu diesem Zeitpunkt nicht alle Regelungen festgesetzt werden und es gab noch zu viel zu tun, so dass diese Frist bis zum 01. Juni 2012 verlängert wurde. Eine neue Regelung beinhaltet nun die Steuerrückzahlung an den spanischen Fiskus. Für die privaten Anbieter ist diese Regelung zwar nicht sonderlich vorteilhaft, dennoch hält es viele nicht davon ab, sich für die nun auszuschreibenden Lizenzen zu bewerben. In Zukunft kann demnach mit einigen Anbietern für Online-Poker in Spanien gerechnet werden.

Zwei Glücksspielanbieter haben öffentlich angekündigt, dass sie sich für die spanischen Lizenzen beworben haben. Hierzu zählen bwin.party und Bossmedia. Bwin.party hat im Zuge dessen einer Steuerrückzahlung in Höhe von 31 Millionen Euro zugestimmt. Auch Bossmedia stimmte einer Steuerrückzahlung in Höhe von 17 Millionen Euro zu.

Pokerstars müsste als größter Anbieter auch die höchste Steuerrückzahlung in Kauf nehmen, die Annahmen zu Folge im Bereich von 200 Millionen Euro liegen würde. Es wird zwar angenommen, dass sich der Pokeranbieter für eine spanische Lizenz beworben habe, allerdings wurde dies nicht von dem Unternehmen bestätigt.

Mit einer tatsächlichen Lizenzvergabe würde sich der spanische Glücksspielmarkt öffnen und reguliert werden. Wenn dies nun tatsächlich eintreffen wird, dann ist Spanien Deutschland eindeutig einen Schritt voraus, denn in Deutschland soll die Liberalisierung des Glücksspielmarktes in der Mitte des Jahres stattfinden, allerdings ist derzeit noch nicht klar, ob die Europäische Kommission und der Europäische Gerichtshof dem derzeit aktuellen E15-Vertrag der 15 Ministerpräsidenten zustimmen werden.

Während sowohl in Deutschland als auch Spanien noch kleinere bis größere Schritte bis zur richtigen Liberalisierung fehlen, zeigt Schleswig-Holstein mit dem eigens verabschiedeten Glücksspielgesetz das Vorzeigemodell.

Mit dem Einverständnis aus Brüssel wurden schon früh die ersten Bewerbungen privater Glücksspielanbieter eingereicht und derzeit wurden außerdem schon die ersten Lizenzen vergeben. Ob die Entwicklung in Spanien und auch im Rest von Deutschland in diese Richtung gehen kann und wird, bleibt unterdessen noch abzuwarten.