Von Seiten verschiedener Suchtexperten wird diese Methode allerdings stark kritisiert. Bisher ist Hessen das einzige Bundesland, in dem die Sperrdatei für Spielhallen eingeführt wurde. Betreiber der Casinos haben bereits bemerkt, dass die Gäste vermehrt ausbleiben, da die Zutrittskontrollen auf die Spieler enorm abschreckend wirken.

Die Zutrittskontrollen wurden mit Einführung der Sperrdatei enorm verschärft. So müssen die Besucher der Spielhallen heute in Hessen nicht immer nur den Personalausweis vorzeigen, um zu bestätigen, dass sie über 21 Jahre alt sind, sondern der Perso, Reisepass oder Führerschein wird in ein spezielles Lesegerät geschoben. Hier können die Betreiber dann auf einen Blick auf dem Bildschirm erkennen, ob der Spieler bereits gesperrt ist oder ob ihm Zugang gewährt werden kann. Für die Kunden besteht die Möglichkeit, sich selbst sperren zu lassen, um sich selbst auf diese Art und Weise vor der Spielsucht zu schützen.

Da diese Möglichkeit bereits fleißig von Spielern genutzt wurde, ist das Innenministerium mit der Einführung der Sperrdatei sehr zufrieden. Betreiber von Spielhallen jedoch haben mit dem Ausbleiben der Gäste zu kämpfen. Schuld daran sei die mangelhafte Aufklärung, so die Betreiber. Die Spieler würden denken, dass mit dem Einscannen des Persos die Daten gespeichert und an das Finanzamt, Innenministerium oder sogar an den Arbeitgeber weitergeleitet würden. Dies sei jedoch nach Angaben der Betreiber nicht der Fall, da das scannen lediglich dazu dienen soll, gesperrte Spieler zu erkennen und diesen Spielern zum Schutz den Zutritt zu verweigern.

Kritik von Seiten der Suchtexperten

Suchtexperten üben auch einige Kritik an der Sperrdatei, die bisher ausschließlich für die Spielhallen eingeführt wurde. Um den Schutz vor der Spielsucht gewährleisten zu können, sei die Ausweitung der Sperrdatei notwendig und diese müsste dann auch bei Spielbanken, Gaststätten und in Kneipen angewendet werden, so die Experten. Die Forderung der Suchtexperten lautet demnach, dass die Sperrdatei auf alle Spielvarianten ausgeweitet werden sollte und zudem bundesweit Gültigkeit erlangen sollte, nicht nur in Hessen.

Auch sei nach Angaben von Suchtexperten die Gefahr groß, dass die Spieler aufgrund von Verboten zum illegalen Glücksspiel im Internet abwandern. Dies ist ein Argument, welches oftmals bereits von Betreibern vorgebracht wurde, um so gesetzliche Verbote abzuwenden. Als Vorschlag wurde bereits empfohlen, anstelle der Datenkontrolle eine Gesichts- oder Fingerabdruckskontrolle durchzuführen. So könnte die Sperrdatei beibehalten werden, die Spieler, die nicht gesperrt sind, müssten somit jedoch keine Angst vor der Datenweitergabe haben.

(Bildquelle faz.net)