Die Vorgabe ist nach Meinung des zuständigen Gerichts nicht mit der beruflichen Freiheit, die auch im Grundgesetz festgeschrieben ist, in Einklang zu bringen.

Die Aufstockung dieser Schließungszeiten ist nach Meinung des Gerichts nur dann angemessen, wenn die Spielhallen eine stärkere Möglichkeit zur Gefahr darstellen, was in der Stadt aber nicht der Fall ist.

Zudem ist das Gericht der Ansicht, dass es kein so hohes Suchtrisiko in der Stadt geben kann, als das eine solche Aufstockung der Schließungszeiten angemessen ist. In Frankfurt am Main gibt es hinsichtlich der betriebenen Automaten in den Spielstätten und ihres Anstiegs keine unnormale Summe von Personen, welche der Spielsucht anheimgefallen sind.

Die absoluten Ziffern liegen nicht sehr weit oben und man kann auch keinen deutlichen Zuwachs in Relation zu der Zunahme an Spielautomaten ermitteln. Dies hätte wegen der Zunahme der Automaten zwischen 2009 und 2010 um 210 der Fall sein können. Der Leiter des "Verbandes der Deutschen Automatenindustrie" sagte zu dem Richterspruch, dass er sehr froh ist, dass das Verwaltungsgericht in Kassel seine Entscheidung auf der Grundlage von Tatsachen und nichts Anderem getroffen hat.

So hat das Gericht auch zum Spielerschutz beigetragen, da es infolge der Aufstockung der Schließungszeiten zu weiteren Wechseln der Spieler in die nicht kontrollierte Spielewelt im Netz kommen würde. Hier werden die Spiele der Spielhallen ohne jede Grenzen bereitgestellt.

Im Netz finden sich etwa 2.000 Offerten zum Spiel, rund ein Drittel davon liegt in Deutsch vor, sodass diese an den mehr als 30 Millionen Zugriffen auf das Netz und via mobilem Zugang in der Bundesrepublik rund um die Uhr zur Verfügung stehen, hier gibt es keine Untersagung von Alkohol, von Zigaretten und besonders keine überwachung sozialer Natur.

Dies kann nicht das Ansinnen eines Gerichts in der Bundesrepublik sein, auch wenn diese prinzipiell deutlichen Schließungszeiten nicht abgeneigt sind. Ob dies aber weiterhin der Fall sein wird, zeigt sich dann, wenn die Kraft und die Grenzenlosigkeit der Offerten im Netz voll zuschlagen, dies ist die Meinung des Vorsitzenden.