Der Bundesarbeitskreis Spielbanken der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di, hat sich vor kurzem bei einem bundensweiten Seminar für Betriebs und Personalräte erneut mit dem Thema Spielbanken befasst.

Die Wirtschaftskrise macht auch vor den Casinos nicht halt. Durch den Besucherrückgang musste vorallem in den drei Standorten in Niedersachen, Hannover, Bad Zwischenahn und Bad Harzburg, ein Drittel an Personal abgebaut werden. Vorallem das Lebendspiel wurde in diesen drei Standorten eingeschränkt und auch die Angebotsvielfalt, wie sie in der bisherigen Form geboten war, muss zurückgeschraubt werden.

Viele Spielbankenbetreiber versuchen durch das Entlassen weitere Mitarbeiter und das Aufstellen weiterer Spielautomaten das Problem zu lösen. Jedoch bleibt so das Lebendspiel auf der Strecke, das eigentlich das Kerngeschäft der Spielbanken sein sollte. In Bad Pyrmont und in Hittfeld wurde das klassische Spiel bereits komplett verbannt. Dies sei keine Lösung des Problems, sondern sicherlich nur der falsche Weg, den viele Spielbankenbetreiber einschneiden, so Bernhard Stracke von der Bundeskoordinierung Spielbanken.

Der Bundesarbeitskreis Spielbanken fordert die Spielbankenbetreiber auf, den Glücksspielsaatsvertrag ernsthaft umzusetzen und so zum Beispiel eine 90%tige Gewinnausschüttung eindrucksvoll hervorzuheben. Es sei nicht Sinn und Zweck, vornehme Spielbanken in Daddelhallen umzuwandeln. Spielbankenbetreiber, die dies jedoch zulassen, verstehen laut ver.di den ordnungspolitischen Auftrag nicht und werden an Service, Qualitäts- und Angebotsverlust scheitern.

Viele der Casino Betreiber wollen nun auch in das Internetgeschäft einsteigen, so Horst Jaguttis, Vorsitzender des Bundesarbeitskreises Spielbanken. Glücksspiele ohne Menschen für Menschen werden jedoch vom Bundesarbeitskreis Spielbanken strickt abgelehnt.

Die Spielbanken wollen Gewinnmaximierung, ein klarer Verstoß gegen den ordnungspolitischen Auftrag der Spielbank. Die Spielbank Wiesbaden hat derzeit das einzige, staatlich konzessionierte Online Casino. Viele Spielbanken wollen dem nun gleich tun und ebenfalls in die Internetwelt abwandern.

Das Internetspiel entspreche allerdings nicht den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts und so sei das Glücksspiel auch weiterhin nur in Spielbanken erlaubt.

Außerdem müsse auch, vorallem für Jugendliche, ein gewisser Schutz gewährleistet sein um vor Spielsucht zu schützen, dieser Schutz sei jedoch im Internet nicht gewährleistet.

Sollten nun immer mehr Spieler vom klassischen Spiel ins Internet abwandern, reduziere dies die Einnahmen der Croupiers und gefährde somit auf Dauer auch die Arbeitsplätze in der gesamten Branche.

„Ver.di fordert die Politiker der Bundesländer nun auf, die politischen Rahmenbedingungen der einzelnen Spielbankengesetze mit zeitgemäßen Abgabensätzen zu schaffen“, so Horst Jaguttis, Vorsitzender des Bundesarbeitskreises Spielbanken. Nach Auffassung von ver.di sei eine zielorientierte Abgabensenkung zur Erfüllung des ordnungspolitischen Auftrages, zur Sicherung der Arbeitsplätze und der Gehälter, zum Erhalt des Spielangebotes und des Services in den Spielbanken dringen notwendig. Steuern von 70% und mehr sollen nun umgehend an die aktuellen Entwicklungen in dieser Branche angepasst werden.“