Nach langem Hin und Her in Bezug auf das Spielcasino im nordrhein-westfälischen Aachen können die Angestellten wieder aufatmen.

Die Unternehmensgruppe "Westspiel", welche die Geldanlagen am aktuellen Standort nach und nach verringert hat, möchte die Investitionen wieder erhöhen. In einer Mitteilung an die Angestellten ließ der Geschäftsführer verlauten, dass man dem Kurhaus neues Leben einhauchen will.

Er ist davon überzeugt, dass die Gruppe mit steigenden Geldanlagen sich länger für das Casino engagieren wird. Der Plan der Unternehmensgruppe, in die Domstadt Köln zu wechseln, ist dann augenscheinlich kein Gesprächsthema mehr.

Der Grund für diese gute Entwicklung sind viele im Hintergrund ablaufende Gespräche im Landtag, an denen Abgeordnete der Grünen und der SPD zum Großteil involviert gewesen sein sollen. Der gute Kontakt zum Wirtschaftsminister, einem gebürtigen Aachener, soll auch sein Scherflein dazu beigetragen haben. Die Unternehmensgruppe, die vollständig im Besitz der NRW-Bank ist, führt im Bundesland vier Spielbanken und pflegt enge Kontakte zur Politik.

Der geplante Wechsel von Aachen nach Köln ist mit den sinkenden Besucherzahlen, die schon lange anhalten und den schrumpfenden Erlösen aus dieser Spielstätte zu begründen. Das Spielcasino hatte die Hoffnung, dass es ohne Konkurrenz und mit größerem Tätigkeitsfeld gelingt, die Gewinne in die Höhe treiben. Doch die Unternehmensgruppe ist noch sieben Jahre lang an das Casino in der nordrhein-westfälischen Stadt gebunden und der große Unmut der Bürger tat sein übriges.

Mit der Gastwirtschaft sind laut dem Betriebsratsvorsitzenden der Gruppe etwa 200 Jobs in Gefahr. Aachen gehen feste Erlöse aus den Umsätzen des Casinos durch die Lappen, diese Summe beläuft sich pro Jahr auf eine Million Euro. Der Vorsitzende glaubt, dass falsche Entschlüsse der Unternehmen die schwache Wettbewerbsfähigkeit des Standorts verursacht haben.

Dazu gehört auch dass die Standorte für das traditionelle Glücksspiel und das Automatenspiel aufgeteilt wurden. Diese Aufteilung will man nun wieder aufheben. In Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister, Repräsentanten der Bank und der Leitung der Unternehmensgruppe führte man Gespräche, wie man vor Ort weiter verfahren will.

Man tüftelt besonders an einem neuen Modell, das dem Standort an der Monheimsallee wieder mehr Gäste bescheren soll. Der Leiter des Casinos ließ verlauten, dass man für diesen Zweck 66 Prozent des Gebäudes für eine anderweitige Nutzung zur Verfügung stellen wird. Dies hat auch zur Folge, dass die Spielstätte in Bezug auf die Räumlichkeiten kleiner wird und nur einen Seitenflügel nutzen wird.

Der Leiter ist der Ansicht, dass man die bisherige große Fläche nun nicht mehr benötigen wird. Die beiden Standorte in Aachen konnten 2010 zusammen nur etwa 120.000 Gäste verzeichnen. Um diese Ziffern zu erhöhen, möchten Repräsentanten der Stadt Aachen und der Spielstätten im Kooperation neue Modelle erarbeiten, so der Pressesprecher der Stadt.

Hier steht auch die neue Verfügbarkeit des alten Kursaals im Mittelpunkt, hier sollen die Spieltische wegkommen. Man überlegt, ob man diesen Raum dem "Eurogress", bereitstellen soll, damit hier Kongresse stattfinden können. Eine andere Möglichkeit wäre es, den Saal für kulturelle Veranstaltungen bereitzustellen. Der Casinochef betont, dass es im Wirkungsbereich der Stadt liegt, geschäftliche Partner für passende Unterhaltungsmöglichkeiten ausfindig zu machen und laut ihm haben sich bereits Interessenten, unter ihnen auch ein Organisator von Varietes, eingefunden.

Der Betriebsratsvorsitzende von "Westspiel" meint, dass man noch mehr für die Unterhaltung tun muss, damit der Standort bestehen bleibt. Er schließt aus den aktuellsten Geschäftszahlen, dass in diesem Bereich eine Menge nicht richtig abgelaufen ist. 2010 konnte das Casino einen Bruttospielertrag von lediglich 7,4 Millionen Euro erzielen, ein Rekordtief. Bei der Konkurrenz in Valkenburg freute man sich in diesem Bereich über 41,2 Millionen Euro.

Der Betriebsratsvorsitzende ist deshalb sehr über das neue Vorhaben erfreut und auch die Mitarbeiter atmen auf. Er sagt, dass nicht Wenige ängste um ihr überleben gehabt hätten, diese Last gibt es nun nicht mehr. Auch der Oberbürgermeister beurteilt dieses Vorhaben laut seinem Sprecher als sehr gut. Ein Landtagsabgeordneter hingegen gibt zu bedenken, dass noch kein endgültiges Modell vorhanden ist, damit der Standort Aachen auch konkurrenzfähig bleibt.

Der Direktor des Casinos sagt, dass die Unternehmensgruppe die vorgesehenen Geldanlagen am obengenannten Standort nicht alleine aufbringen kann. Er betont auch, dass man mit diesem Vorhaben mit allen Kräften befasst ist. Im April 2012 will man ein festes Konzept haben, dessen Umsetzung dann Ende nächsten Jahres anlaufen soll.

Der Chef des Casinos rechnet damit, dass die Unternehmensgruppe sich damit auseinandersetzen wird, was nach Ablauf ihres Vertrags mit Aachen kommen wird und möglicherweise dem Standort die Treue hält.