Seit Wochen schon hält ein bestimmtes Thema die Bewohner von Gottmadingen in Atem wie kein anders. Der Konrektor der Eichendorff-Realschule und Anführer der Kritiker des Glücksspiels Raible stellte fest, dass dies seit Wochen rauf und runter geht.

Nicht nur die ablehnende Haltung gegenüber den Spielhallen, sondern auch die allgemeine Vermutung, dass man hier gemauschelt habe, ist äußerst stark. Auf der einen Seite kommt dies aus den Fraktionen je Standort, auf der anderen Seite kommt es aus dem Rathaus, um die Bürgeraktion zu stoppen. Die Glücksspielbetreiber wollen den individuellen bevorzugten Standort stärken. Die Fronten sind schon lange nicht mehr klar, schon lange kann man nur noch Vermutungen anstellen, wer welches Ziel vor Augen hat, schon lange beherrschen unsauberere Methoden die Politik, wie beispielsweise mit einem Leserbrief, der sich als Ente herausstellte.

Die Mitglieder der Gruppe Bürger aktiv verlangen, dass man offen mit dem Thema umgeht. Man wollte den Bürgern die Chance geben, ihre Ansichten zu äußern und direkte Infos zu erhalten. Den Rücktritt des Sprechers Waldschütz nimmt man dabei in Kauf. Im Prinzip sind sich die Gottmadinger einig, dass kaum jemand weitere Spielhallen im Ort möchte. Jedem ist klar, dass der perfekte Standort nicht existiert und keiner zweifelt daran, dass die aktuellen Gesetze eine Ausweisung absolut notwendig machen. Nur über den Weg zum Ziel scheiden sich die Geister. Der Konrektor sagt, dass es bezüglich der Anzahl der Zulassungen keine Kompromisse geben werde. Acht Automaten befänden sich schon im ehemaligen Emminger.

Mit anderthalb weiteren Zulassungen sei die Toleranzgrenze schnell erreicht gewesen, so erklärten Raible und Ruess dass es in der Ortschaft nicht mehr Automaten als nötig stehen müssten. Acht befinden sich bei Emminger, 18 stehen am Stegleacker, das reiche vollkommen aus. Der Gemeinderat der SPD sieht für sich persönlich keine weitere Lösung zur Bürgerinitiative. Er habe den Eindruck, dass dies unbedingt durchgedrückt werden solle, deswegen mache er langsamer.

Er verlangt ein Mitspracherecht für die Bürger und hat keine Angst vor dem Landratsamt, welches schon damit gedroht habe, den Bauantrag für eine Spielhalle im ehemaligen "Adler" direkt neben der bereits existierenden Spielhalle "Las Vegas" auch gegen seinen Willen zuzulassen. Hier sind ebenfalls offene Konflikte vorprogrammiert. Die Gemeinde Gottmadingen hat schon eine Anwaltskanzlei in Freiburg eingeschaltet, um die eigenen Interessen zu vertreten. Wer sich bei diesem Konflikt durchsetzen wird ist noch unklar.