Während alteingesessene Firmen pleite machen, Arbeitskräfte abwandern und Läden schließen, macht sich in bayerischen Dörfern und Städten ein neuer Wirtschaftszweig breit: Spielhallen.

Mit 18 Spielhallen nimt die Stadt Erding den Spitzenplatz ein. Teilweise werden die Spielhöllen, wie sie gerne von den Bürgern vorort betitelt werden, zu Ersatz-Jugendzentren.

Vorallem in Bayern breiten sich die Spielhallen rasend schnell aus und so hat sich die Anzahl der Spielautomaten in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Nicht nur die Bürger sind gegen ein Las Vegas in Oberbayern auch Erdings Bürgermeister Maximilian Gotz werden die 18 Spielhallen langsam zu viel. Doch nicht nur wegen des schlechten Images sei es wichtig zu handeln, sondern vorallem auch wegen der steigenden Anzahl der Spielsüchtigen. 44 Tausend Menschen gelten alleine in Bayern als Spielsüchtig – Tendenz steigend.

Die Gemeinden haben keine rechtliche Handhabe, den Zuzug von Spielhallen zu verhindern. Ohne große Auflagen kann man deutschlandweit in Gewerbe- und Mischgebieten Spielhallen bauen. Mit einem Umsatz von 8 Milliarden Euro sind Spielhallen viermal so erträglich wie ein staatliches Kasino.

Bayerns Bürgermeister fühlen sich machtlos gegen die Spielhallen, denn durch juristische Tricks werden immer wieder Baugenehmigungen für Spielhallen erteilt. In Fachzeitschriften werden Baugenhemigungen für teures Geld verkauft, bei Baunanträgen nutzen prozesserprobte Anwälte rechtliche Lücken und Ausnahemregelungen. Doch je mehr Spielhallen umso mehr Spielüchtige.

Die Macher der Spielhallen versuchen geziehlt junges Puplikum anzusprechen und so mutieren Spielhallen oft zu besseren Jugendzentren. Derzeit sind 13.490 Spielautomaten auf mehr als 1.300 Spielhallen in Bayern verteilt. Das sind 112 Prozent mehr als noch im Jahr 2001.

Die Einnahmen in bayerischen Spielbanken gingen hingegen in den Jahren 2007 und 2008 um 17 Prozent zurück. Die Hemmschwelle ist in Spielhallen längst nicht so groß wie die in Spielbanken. Die Automaten sind leicht zu erreichen, sie locken gerade zu und ziehen Spieler magisch an. 38 Menschen suchten bei Stefan Becker von der Diakonie in Neu-Ulm in den Monaten Januar bis September 2009 Hilfe, weil sie dem Glücksspiel verfallen waren.