Laut dem Abgeordneten der SPD, Daniel Buchholz, zeige das Gesetz nun nach genau einem Jahr bereits Wirkung. Der Anstieg der Anzahl an Spielautomaten in Berliner Spielhallen lag vom Jahr 2010 zu 2011 bei 615 Spielautomaten mehr, die binnen eines Jahres aufgestellt wurden.

Nach Einführung des Spielhallengesetzes stieg die Anzahl der Spielautomaten bereits lediglich um 41 Spielgeräte. Dies zeige auf, dass das Gesetz bereits seine Wirkung mit sich bringe, so der Abgeordnete. Auch die erhöhte Vergnügungssteuer auf Spielautomaten würde bereits seine Früchte tragen. Teile der Mehreinnahmen sollen künftig in Präventionsarbeit investiert werden.

Auch für die Spielhallenbetreiber hat das neue Gesetz bereits seine Folgen mit sich gebracht. Die Umsätze seien laut Branche bereits innerhalb dieses einen Jahres um 20 bis 40 Prozent zurückgegangen. Geschlossen wurde bisher noch keine der Spielhallen, wobei man davon ausgehe, dass der Grund hierfür in bindenden Mietverträgen läge. Das Spielhallengesetz grenzt die öffnungszeiten der Spielhallen um acht Stunden ein.

Nachdem die meisten Spielhallen vorher rund um die Uhr geöffnet hatten, mussten diese durch das neue Gesetz nun für ein Drittel dieser Zeit die Tore schließen. Auswirkung hat dies jedoch nicht nur auf die Betreiber der Spielhallen, sondern auch für die Angestellten, von denen ein Großteil entlassen werden musste. Es konnte bereits eine Abwanderung der Kundschaft festgestellt werden, die nun vor allem in den Abend- und Nachtzeiten ihr Spielvergnügen in Gaststätten und Hinterzimmern suchen.

Der Geschäftsführer der Automaten-Wirtschaftsverbände gibt weiterhin an, dass die Betreiber von Caf?s und Restaurants mit Spielautomaten nicht betroffen seien, da diese bis zu drei Spielautomaten lizenzfrei aufstellen dürfen und nun mehr Aktivität an den Automaten bemerken können.

Durch das Spielhallengesetz wurde für die Betreiber von Spielhallen nicht nur die Öffnungszeit verkürzt, sondern auch die Anzahl der erlaubten Spielautomaten wurde von 12 auf 8 verringert. Lamprecht gab an, dass als Folge der Verabschiedung des Spielhallengesetzes nun die Kunden mehr und mehr in Richtung Illegalität abwandern, wie zum Beispiel zu nicht gestatteten Glücksspielturnieren in verschlagenen Hinterzimmern.

Auch der Abgeordnete Buchholz scheint diese Problematik erkannt zu haben und fordert nun die Schließung der Caf?s und Restaurants, deren Hauptzweck der Betrieb von Spielautomaten ist. Um dies zu realisieren müsse nun die rechtliche Situation geprüft werden, um sicher zu gehen dass diese Schritte durch die Verabschiedung eines weiteren Gesetzes eingeleitet werden könne. Die Entscheidung hierüber habe der Bund zu treffen, da solche Caf?s unter die Spielverordnung fallen.

Weitere Kritik von Seiten der Spielhallenbetreiber wird gegenüber den Spielcsinos ausgesprochen, die eine unbegrenzte Anzahl an Spielautomaten in ihren Hallen aufstellen dürfen und darüber hinaus der Ausschank von Alkohol gestattet ist. Die staatlichen Spielhallen sind von dem verabschiedeten Spielhallengesetz nicht betroffen, wodurch die Spielhallenbetreiber sich unrechtmäßig behandelt fühlen.

Nicht nur unbegrenzte Anzahl an Spielautomaten sei hier ungererecht, sondern darüber hinaus, die Tatsache, dass Alkohol ausgeschenkt werden dürfe, wohingegen in Spielhallen schon seit einigen Jahren ein entsprechendes Verbot vorherrsche.