Der Bezirk Altona hat neue Bebauungspläne im Sinn, die die Ausbreitung von Bordellen, Sex-Kinos, Spielhallen und Wettbüros verhindern sollen. In die Bebauungspläne wird daher ein Verbot von Spiel- und Prostitutionsgewerbe aufgenommen. Mit diesem Schritt soll außerdem die Verdrängung von Einzelhändlern verhindert werden.

Bisher sind für das Verbot von Vergnügungsstätte in Altona bestimmte Gebiete vorgesehen. Darunter fallen Altona Altstadt 25 und Lurup 36. Eine teilgewerbliche Nutzung ist hier laut des Gesetzesentwurfs vorgesehen, jedoch soll ein strenges Verbot für Wettbüros, Spielhallen, Bordellen und Sex-Kinos geben. Von diesem Verbot sind auch einfache Internet-Caf?s betroffen, da die Computer als Spielgeräte gelten. Ab Mitte August sind die Bauplanentwürfe sowohl im Internet als auch im Bezirksamt einsehbar.

Neben der Verdrängung der Einzelhändler soll mit dem Verbot und den neuen Bauplänen die Ausbreitung des Rotlichtmillieus verhindert werden: Das Rotlichtgewerbe sei auf der Reeperbahn erlaubt, durch die Baupläne soll die Ausbreitung außerhalb von der Reeperbahn jedoch verhindert werden. Neben den vorgesehenen Gebieten in Altona soll die neue Klausel auch in andere Baupläne integriert werden, vor allem in den Gebieten, wo eine teilgewerbliche Nutzung neben dem Wohnen gestattet ist.

Bestehende Betriebe können nicht geschlossen werden

Spielhallen und Bordelle, die bereits außerhalb der Reeperbahn existieren, können jedoch durch die neue Klausel in den Bebauungsplänen nicht verdrängt werden. Die neue Klausel bezieht sich ausschließlich auf Anfragen, die von nun an gestellt werden. Die Zurückdrängung der Spielhallen wird damit zu einem langsamen Prozess werden. Der Bestandsschutz schützt die bestehenden Betriebe eben vor solchen Verdrängungsplänen. Mit der Klausel besteht somit erst einmal die Hoffnung, dass keine weitere Ausbreitung der Vergnügungsstätten stattfinden wird.

Diese Ausbreitung führte nämlich in der Vergangenheit dazu, dass der Einzelhandel verdrängt wurde. Die Glücksspielanbieter und Bordellbetreiber waren bisher bereit, höhere Mieten in Kauf zu nehmen. Auf diese Art und Weise wurde der Einzelhandel bereits teilweise verdrängt. In Zukunft soll jedoch keine weitere Ausbreitung der Vergnügungsstätten mehr erfolgen, so dass auch der Einzelhandel die Chance bekommt, in Gebieten mit teilgewerblichem Nutzungsrecht die eigenen Produkte und Dienstleistungen anzubieten.