Ein Mitarbeiter der Deutschen Bank, die mit dem Werbespruch Leistung aus Leidenschaft wirbt, entwickelte offensichtlich eine Leidenschaft zum Glücksspiel und sah an seinem Arbeitsplatz die Möglichkeit, schnell an viel Geld zu kommen. Diese Möglichkeit nutzte der Angestellte, weshalb er sich nun wegen Untreue vor Gericht verantworten muss.

Als Angeklagter ist Jens L. bekannt, der als Angestellter in der Deutschen Bank tätig war. Innerhalb von drei Jahren hat der krankhafte Spieler mehrere Millionen Euro von der Bank entwendet und diese in die Spielbank getragen. Als Stammgast der Spielbank Hamburg konnte der pathologische Spieler am Abend teilweise bis zu 50.000 Euro verspielen. Die Gelder stammten von Kunden aus der Buxtehuder Filiale der Deutschen Bank, in der Jens L. angestellt war. Vor dem Gericht in Stade muss der Spieler sich nun wegen Untreue verantworten.

Die Machenschaften des Spielsüchtigen sind im Oktober 2010 aufgeflogen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Spieler bereits einen Betrag in Höhe von etwa 3,95 Millionen Euro veruntreut. Als Folge darauf wurde Jens L. fristlos entlassen und musste sich in Therapie begeben. Das Gerichtsverfahren wegen Untreue wird erst jetzt verhandelt. Zum heutigen Zeitpunkt ist Jens L. nicht mehr als Bankangestellter tätig, sondern arbeitet als Rettungssanitäter.

Der Angeklagte und sein Anwalt verfolgen die Strategie, vor Gericht deutlich zu machen, dass Jens L. als Bankangestellter in der Deutschen Bank unter enormem Druck und Stress stand. Hier wolle man darauf hinaus, dass Jens L. dadurch in die Spielbank getrieben worden sei, um den Druck zu kanalisieren.

Darüber hinaus sei es geplant, die Bank in einem schlechten Licht darzustellen und anzugeben, dass die Produkte der Deutschen Bank, die an den Kunden gebracht werden sollten, höchst fragwürdig seien und der Spieler aus diesem Grund damit nicht klargekommen sei. Die Frage, warum dieser Unmut jedoch auf dem Rücken der Kunden ausgetragen wurde, indem diesen die Gelder von dem eigenen Bankkonto entwendet wurden, blieb bisher unbeantwortet.