Weder den Jugendlich selbst noch den Eltern fällt die Spielsucht bei ihren Kindern auf, da man hierbei von versteckter Spielsucht spricht. Die Jugendlichen träumen davon zur Poker Elite zu gehören.

In den Medien werden oft Fälle publiziert, in denen die Pokerprofis Millionengewinne abräumen und auch die jungen Pokerfans hoffen auf diesen Zug mit aufspringen zu können. Vielen ist dabei jedoch nicht bewusst, dass meist nur die Gewinner gezeigt werden, es aber gleichzeitig auch immer Verlierer in dem Spiel geben muss. Die Kinder fangen immer früher an, dass Pokerspiel zu erlernen, um dem Ziel des Pokerprofis damit näher zu rücken.

Kinderpsychologe Jeffrey Derevensky befasst sich seit einigen Jahren mit dem Thema Spielsucht bei Jugendlichen. Für ihn ist deutlich, dass besonders die sozialen Netzwerke wie Facebook eine hohe Gefahr für die Jugendlichen in Hinblick auf die Spielsucht darstellen.

Die Glücksspielangebote auf Facebook werden immer mehr und die Jugendlichen verbringen viel Zeit damit, dort zu spielen und zu üben. Auch die Freundinnen von spielenden Pokerfans tun es ihnen nach, damit sie wenigstens auf diese Art und Weise Zeit mit ihren Freunden verbringen können. Das Pokerspiel auf Facebook hat mehr Fans als berühmte Stars oder Fernsehserien.

Umfragen ergaben, dass rund 80 Prozent der Jugendlichen innerhalb des letzten Jahres mindestens einmal am Glücksspiel teilgenommen haben. Etwa 16 Prozent davon gaben zu, sogar einmal die Woche am Glücksspiel teilzunehmen. Die Eltern kriegen davon kaum etwas mit, vielleicht auch deshalb, weil die Gefahr, die vom Glücksspiel ausgeht, für viele nicht so greifbar ist.

Die Eltern denken daran ihre Kinder über Alkohol und Drogen aufzuklären, doch die Gefahr der Spielsucht wird oft außen vor gelassen oder eben vergessen. Die Aufklärung müsse laut Experten wieder verstärkt werden, sowohl von Seiten der Eltern als auch von den Anbietern selber.

Spielsüchtig sind laut der Umfrage etwa 2,1 Prozent der Jugendlichen, während bei den Erwachsenen etwa maximal 1 Prozent der Betroffenen spielsüchtig sind. Die Zahlen sind für den Kinderpsychologen alarmierend.

Die Spielsucht in jungen Jahren wird auch für die Personen später weitreichende Folgen haben, denn die Konsequenz aus der Spielsucht ist oft der Abbruch der sozialen Kontakte, schlechte Beziehung zum Umfeld wie zum Beispiel zu den Eltern und hoher Geldverlust. Dies könnte die Zukunft von manch einem jungen Erwachsenen schon früh zerstören.