Offensichtlich war dieses Gesetz jedoch nicht so wirkungsvoll, wie sich die Initiatoren erhofft hatten. Trotz strengerer Regelungen ist die Anzahl der Spielhallen in Berlin innerhalb eines Jahres weiterhin angestiegen.

Die Fakten hierzu sind die Zahlen: es gibt heute insgesamt 571 Casinos. Dies sind insgesamt 50 Casinos mehr, als es noch im Jahr 2010 gab. Mit den zusätzlichen Casinos ist auch die Anzahl der Spielautomaten um über 600 Spielgeräte angestiegen. Die Spielsucht in der Hauptstadt ist ein wichtiges Thema, denn vor Ort sollen rund 37.000 Menschen der Glücksspielsucht verfallen sein. In den nächsten Tagen soll am Hermannplatz eine Art Informationstag über Glücksspiel stattfinden, bei dem der Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) über Glücksspiel und die Gefahren aufklären will.

Dass die Spielsucht nicht nur in Berlin ein großes Thema darstellt, dessen sind sich sowohl die Politiker als auch oft die Spieler selber bewusst. Viele Menschen wissen dennoch nicht, dass von dem Glücksspiel eine etwa genauso große Gefahr ausgeht, wie vom Alkohol, Zigaretten oder chemischen Drogen.

Vor allem junge Menschen sind laut Statistiken zunehmend gefährdet, denn immer mehr junge Menschen rutschen in die Welt des Glücksspiels ab und sind sich oft den Gefahren des Spielens gar nicht so bewusst. Czaja will sich für die Spielsuchtbekämpfung stark machen. Da die gesetzlichen Regelungen nicht die gewünschte Wirkung erzielten sollen nun auch Aufklärung und Information beim Kampf gegen die Spielsucht helfen.

Verschiedene Statistiken geben Aufschluss darüber, bei wem und wo die Spielsuchtgefahr am größten ist. Vorrangig sind Männer von der Spielsucht betroffen. Oft sind junge Männer mit Migrationshintergrund von der Spielsucht betroffen. Meist sind die Gründe für die Flucht in das Glücksspiel zerstörte Familien, Arbeitslosigkeit und große finanzielle Probleme. Aus diesem Grund sind die Spielhallen meist in Regionen angesiedelt, in denen sich viele sozial schwache Personen aufhalten.

So sind Berliner Bezirke wie Wedding und Neukölln besonders von der Spielsucht betroffen. Es gibt nur wenige Suchtberatungsstellen mit professionell ausgebildeten Mitarbeitern, eine davon ist das „Caf? Beispiellos“ der Caritas in Kreuzberg. Der positive Faktor an den vielen Spielhallen in Berlin sind dennoch die Einnahmen, die die Stadt durch die Vergnügungssteuer machen kann.

Seit Juni 2011 gibt es das neue Spielhallengesetz, welches durch strengere Regelungen die Anzahl der Spielhallen senken und damit die Spielsucht eindämmen sollte. Dies sollte durch neue Auflagen geschehen, wie beispielsweise der Mindestabstand von 500 Metern zwischen den Etablissements, die maximale Anzahl von acht Spielautomaten pro Raum und das Verbot der Ansiedlung von Spielhallen in der Nähe von Kinder- und Jugendeinrichtungen.

Doch es ist nicht so, dass das Gesetz rein gar nichts gebracht hätte. Auch wenn die Anzahl der Spielhallen trotzdem angestiegen ist, wurden von Seiten der Wirtschaftsverwaltung mehr Anträge auf Genehmigung neuer Spielhallen abgelehnt als zuvor. Es bleibt abzuwarten, ob die Anzahl der Spielhallen weiterhin eingedämmt werden kann und ob dadurch die Spielsucht tatsächlich geringer wird in der Hauptstadt Deutschlands.