Die Spielsucht ist generell ein brisantes Thema im Zusammenhang mit dem Glücksspiel. Spielsüchtige verlieren oftmals alles und vor allem auch jeglichen Bezug zur Realität. Dies führte in der Vergangenheit bei vielen Betroffenen dazu, dass die Spielsüchtigen viel Geld in Casinos und Spielhallen verlieren. Weltweit versuchen diese betroffenen Spielsüchtigen im Nachhinein dann auch gerne einmal, die verlorenen Gelder zurückzufordern. Je nachdem wo, kann dies erfolgreich sein oder auch abgewiesen werden, wie in dem aktuellen Fall in Wien.

Ein Wiener Spieler war der Spielsucht verfallen und versuchte Jahre später, die verlorenen Gelder aus seiner jahrelangen Spielsucht zurückzufordern. Zweimal war der Spieler erfolgreich und bekam von Novomatic eine Summe in Höhe von 400.000 Euro zurückgezahlt und von den Casinos Austria eine Summe in Höhe von 250.000 Euro. Bei seiner letzten Forderung war der Wiener allerdings nicht so erfolgreich. Hier forderte der ehemalige Spieler vor Gericht von einer früheren „Wettpunkt“-Betreiberfirma einen Betrag in Höhe von mehr als 1,2 Millionen Euro.

Warum der Kläger bei der letzten Klage keinen Erfolg hatte:

  • der Mann war zwar jahrelang spielsüchtig, aber nicht geisteskrank
  • Gericht musste klären, ob Kläger wirklich spielsüchtig und in der Folge teilweise geschäftsunfähig war
  • Sachverständige helfen bei der Entscheidung darüber
  • oftmals gilt vor Gericht die Einstellung „pro Kläger“, aber manche Sachverständige sind kritisch
  • der Kläger bekommt weder die 1,2 Millionen Dollar
  • ein neuer Sachverständiger wurde auch nicht bestellt

Doch nicht nur die Spielsucht des Wieners wurde vor Gericht thematisiert, auch galt es die Frage zu klären, ob die von Novomatic aufgestellten Spielgeräte genehmigt waren. Genau aus diesem Grund war Novomatic als sogenannte Nebenintervenientin bei der Verhandlung anwesend. Novomatic hatte jedoch nichts zu befürchten, denn das kleine Glücksspiel wurde erst später in Wien verboten. Zu der beanstandeten Zeit verfügte Novomatic somit noch über eine Genehmigung für die aufgestellten Automaten.

Kläger konnte Spielsucht nachweisen

Vor Gericht konnte der Kläger zwar beweisen, dass er zu besprochenem Zeitraum der Spielsucht unterlag, jedoch konnte er nicht beweisen, dass er durch diese Spielsucht geschäftsunfähig gewesen ist. Dies wäre die Voraussetzung dafür gewesen, dass der Spieler das Geld zurückerstattet bekommen hätte. Während des Verfahrens hatte der ehemalige Spieler aus Wien deutlich gemacht, dass er mit dem Sachverständigen nicht einverstanden war. Das Gericht ließ diese Anmerkung jedoch stehen, ohne einen weiteren Sachverständigen hinzuzuziehen.