Die deutschen Bundesländer gingen den richtigen Weg, was die Öffnung des Glücksspielmarktes in der Bundesrepublik angeht, zumindest 15 von ihnen.

Sie sind beim Treffen in Lübeck auf eine Änderung des Glücksspielvertrags übereingekommen. Bei den Sportwetten soll das Monopol der Regierung aufgehoben werden, welches auch so nicht mehr effektiv war. 20 Betreiber von Wetten, wie "Bwin" oder "Tipico" haben nun die Gelegenheit, in Zukunft Zulassungen vom Staat zu erhalten.

Hier ist es ihnen möglich, einen Wettbewerbspartner für den staatlichen Betreiber " Oddset" darzustellen und zwar ganz erlaubt. Bislang haben die Betreiber aus dem Privatbereich zwar im Netz oder über nicht ganz saubere Wettbüros ihre Dienste angeboten, Werbung in den Zeitungen und in einem Fußballstadion ist hingegen nicht erlaubt.

Für diese Privilegien haben die Betreiber mit Zulassung aber eine entsprechende Abgabe von 5 Prozent in Bezug auf den Spieleinsatz an die Bundesländer zu entrichten. Das staatliche Monopol ist bei den Lotterien und der entsprechenden Zahlung nach wie vor gültig und hier möchte man keinen Wettbewerb aus dem Privatbereich. Das virtuelle Pokerspiel oder das Roulette im Netz will man weiterhin nicht erlauben.

Man denkt darüber nach, richtiges Roulette aus Spielbanken mit staatlicher Zulassung im Netz in Echtzeit zugänglich zu machen und eine Beteiligung am Spiel zu gestatten. Das Bundesland im Norden ist das einzige Land, das bei den Vorhaben seiner 15 Kollegen nicht mitmachen wollte, man möchte eine große öffnung des Marktes durchsetzen.

Hier soll eine nicht festgelegte Anzahl von Zulassungen im Bereich Sportwetten zum Zuge kommen und auch Spiele im Netz gestatten sein. Das Bundesland segnete schon ein passendes Gesetz ab, welches im März des folgenden Jahres gültig wird. Hierbei gibt es ein Zeitfenster für einen möglichen Kompromiss. Es ist geplant, den Vertrag Mitte Dezember zu unterschreiben.

Der Landesvater von Schleswig-Holstein von der CDU ließ bei dem Zusammentreffen eine leichte Neigung zur Einigung erkennen. Das Bundesland im Norden befürwortet ebenfalls eine einheitliche Lösung des Problems.

Wichtig hierfür ist aber eine Regelung, die den Vorgaben der EU entspricht. Die Europäische Kommission ist im Hinblick auf die Politik in Sachen Glücksspiel in Deutschland noch nicht wirklich überzeugt.

Hier erweckt sie den Anschein, dass das Monopol der Regierung mehr als Einnahmequelle, denn als Vorgehen gegen die Spielsucht gesehen wird. Die erste Vorlage der Bundesländer vom April dieses Jahres, welcher nicht einmal sieben Zulassungen für private Sportwetten beinhaltete, nahm die Institution gar nicht gut auf.

Sie kann nicht erkennen, weswegen lediglich sieben Betreiber aus dem Privatbereich erlaubt auf dem Glücksspielmarkt des Landes, der einige Milliarden wert ist, konkurrenzfähig sein sollen. Zwanzig Zulassungen sind nun ein bisschen mehr, doch diese Summe kann inhaltlich nicht erklärt werden.

Um ihren Standpunkt bei dem Kampf gegen die Spielsucht weiterhin zu vertreten, möchten die Bundesländer sich auch stärker gegen die Spielstätten mit Automaten einsetzen. Da sind die Probleme mit den starken Interessenverbänden dieser Seite schon vorprogrammiert.