Da jedoch in Deutschland das Automatenspiel gestattet ist, griff im Jahr 2010 die EU ein und kritisierte, dass auch vom Automatenspiel eine hohe Suchtgefahr ausgehe und dies dann eine ungleiche Behandlung in Bezug auf Sportwetten darstellen würde. Aus diesem Grund sollte der Glücksspielstaatsvertrag neu überdacht und im Jahr 2012 neu verabschiedet werden.

Aufgrund dessen sollte im Jahr 2011 ein neues, liberales Gesetz gefunden werden, auf welches sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer einigen müssen. Die Ministerpräsidenten entschieden, dass das Lottomonopol beibehalten werden solle, jedoch der Markt für Sportwetten geöffnet werden könnte. Der Entwurf für den Glücksspielstaatsvertrag sieht vor, dass insgesamt 20 Lizenzen für Sportwetten herausgegeben werden sollen, während Online Poker und Online Casinos weiterhin verboten bleiben sollen.

Bei der Entscheidung für den Gesetzesentwurf konnten sich allerdings nur 15 Ministerpräsidenten der Bundesländer einigen, Schleswig-Holstein blieb hierbei außen vor und verabschiedete ein eigenes Glücksspielgesetz. Bei dem Kieler Glücksspielgesetz wurde beschlossen, dass ab 2012 unbeschränkt viele Lizenzen an private Anbieter herausgegeben werden. Online Sportwetten, Online Poker und Online Casinos sollen gleichermaßen erlaubt sein, ein liberales Gesetz, welches die EU-Kommission befürwortet.

Der Gesetzesentwurf der Ministerpräsidenten stieß nicht überall auf Beifall. Die meisten Experten der Glücksspielbranche gingen von Anfang an davon aus, dass Brüssel den Entwurf nicht gut heißen wird. Derzeit ist noch unklar, wie sich die Situation weiter entwickeln wird, denn bisher sind noch keine Entscheidungen getroffen worden. Es wird erwartet, dass Brüssel den Gesetzesentwurf nicht befürworten wird und welches Gesetz dann ratifiziert wird, um es der Landesregierung zur endgültigen Entscheidung vorzulegen ist noch unklar.

Da derzeit noch keine endgültige Entscheidung gefällt wurde befinden sich die Regelungen in Bezug auf Sportwetten in Deutschland in einer Grauzone. In Deutschland sind Sportwetten nach dem Glücksspielstaatsvertrag verboten, allerdings stellt diese Regelung einen Wiederspruch zu den Gesetzen der EU dar, weshalb nicht ganz klar ist, welches Recht nun mehr gilt für die Anbieter in Deutschland. Sicher ist, dass die lizensierten Anbieter in Schleswig-Holstein bald ohne Sorge ihre Angebote publizieren dürfen.

Der Markt der Online Sportwetten im Internet ist derzeit noch unreguliert. Da der hiesige Schwarzmarkt sehr groß ist, hat die Regierung dort keine Möglichkeit diesen zu prüfen, weshalb die Tätigkeiten und Angebote dort geduldet werden. Viele Experten meinen, dass eine Liberalisierung hier von Nöten sei, um den Schwarzmarkt auszuklammern und das regulierte Glücksspiel im Internet besser kontrollieren zu können. Wie sich die Rechtslage entwickeln wird, bleibt weiterhin spannend und wird mit Sicherheit noch einige Diskussionen geben.